65. 1587 55
65. Entwurf eines Vertrags zwischen Heinrich von Juli
Navarra und Pfalzgraf Georg Hans. 29
Strass-
Segur verhandelte mit Clervant, La Noue u. a. in Anbetracht e
der Beschwerden des Pf. Georg Hans gegen Casimir, der das Kom-mando nicht auf Pf. Georg Gustav übertragen Hess, über zwei Mittelder Entschädigung, damit die beiden Pf. nicht die Partei der Ligaergriffen: 1) Rückgabe "Pfalzburgs beim Friedensschluss; 2) Ueber-tragung des Kommandos einer zweiten Armee „qu'on levera" aufG. G. Georg Hans wies beide Vorschläge als zu unsicher zurück;darüber könnte er nur die Anerbietungen der andern verlieren.Endlich brachte „apres longue discours" Segur G. H. zur Bewillig-ung folgender Artikel: 1) G. H. hält während des Zugs die ParteiNavarras und vertritt dessen Interessen, auch persönlich oder durchseinen Sohn gegen Reiseentschädigung, bei den protestantischenFürsten; 2) wirbt 6000 Pf. und ebensoviel Landsknechte, Speer-reiter und Arkebusiere zu Pferd und zieht entweder selbst aus oderschickt seinen Sohn oder einen andern deutschen Fürsten; 3) Navarraund seine Gesandten können sich im Notfall auf ein Haus G. H.zurückziehen. Segur verspricht dagegen: l) Rückgabe von Pfalz-burg beim Frieden gegen Zahlung der 400 000 fl- durch den K. anLothringen und Verzicht G. H. auf seine Ansprüche an den K. unddie Kirchen; 2) der Pf. erhält gleiche Kapitulation wie Casimir imletzten Zug und bekommt die Regelung der zweiten Werbung indie Hand, „sans estre enbroulle des aultres". . . . Ausser S. undG- H. sollen auch noch La Noue, Clervant u. a. unterzeichnen.
(Vermerk G. H.: „Copei, wie der herr von Sigeur des nach-zugs halber mit uns hat handien wollen betreffend Pfalzburg, woes nicht verhindert wer worden")- 1
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und Frankreich in Würzburg; am 8. August berichtet Johann Philippvon Helmstatt aus Bischofsheim hierüber sowie über den BesuchOttheinrichs von Lüneburg in Würzburg; O. soll von einem geistlichenFürsten zum andern ziehen (Mb. a. a. 0.).
1 Am 12. August hielt G. H. in Person vor dem StrassburgerBat einen Vortrag (Ratsprot. mit dem Vermerk: „Herzog GeorgHansen predig von der praevidentia und Providentia"), worin er klagte,in der Kapitulation solle stehen, was man ausserhalb Frankreichserobere (wohl in Lothringen), solle J. C. gehören; das Kriegsvolk seibereits gegen das von ihm erbaute und gegen Wiederlösung an Loth-ringen verkaufte Pfalzbnrg gerückt; sowohl seine Vereinbarung mitdem navarrischen Gesandten über den Nachzug als die Ernennungseines Sohnes zum Feldobristen sei durch J. C. vereitelt worden; ersitze zwischen zwei Stühlen. Aber Pfalzburg, der Schlüssel diesesLands und mittelbar auch der Schweiz, darf nicht verloren gehen.Aus Sedan gewarnt, man habe Lützelstein einnehmen wollen, habe ervergebens Malroy und Buy zur Rede gestellt; er könnte veranlasstwerden, Lützelstein einem grossen Potentaten zu übertragen. Bat umGutachten des Rats, dem er sich befiehlt „als bei denen er gut, blutund was er under der linken brüst tregt, gern ufsetzen. wolle."