Druckschrift 
2 (1884) 1582 - 1586
Entstehung
Seite
431
Einzelbild herunterladen
 

499. 1586 431

2) Durch diesen Bericht wird die Darstellung bei Thuanus in wesent- 20. Oktbr.liehen Punkten hinfällig. Th. lässt den K. gleich in der Audienz statt

der wirklich erteilten Vorantwort eine sehr entschiedene Erklärung ab-geben, die offenbar auf einer Verwechslung mit der nachherigen schrift-lichen Erklärung beruht; letztere lässt er den Gesandteu effektvollgenug in der auf die Audienz folgenden Nacht (nocte iam coneubia")mitgeteilt werden, während sie ihnen erst am Morgen des nächsten Tages(1/11. Okt.) überbracht und vorgelesen wurde. Von diesem zornigeneigh. Brief des Königs ist zu unterscheiden die den Gesandten am Nach-mittag des l./ll. Okt. mitgeteilte schriftliche Resolution des Königs, vongleichem Datum, worin die beleidigenden Stellen nicht vorkommen; eineCop. derselben Dr. 9304, frzös. Legation 15861590; Copp. der deutschenWerbung und dieser Resolution Pb. Coli. Dupuy XCIX f. 149; FondsMoreau 744 f. 132; beide zusammen gedruckt in den Memoires de laLigue I, 319 ff. Von der mündlichen Erklärung der Gesandteu an diebeiden Hofmeister 2./12. Okt. sagt Th. nichts.

3) Diese Antwort (S. Germain en Laye, 2./12. Okt.) beglaubigt denvalet du chambre du roy, der die Gesandten begleiten soll, undfugt bei:Je luy ay dit que vous pourrez demain sejourner a Paris, quec'estoit assez, quand il vous trouveroit ä midi. J'ay mis peine de re-couvrer la copie que vous demandez, mais vous ne la pouvez avoir"(Marb. Cop.). /

4) Einige weitere Details gibt ein Sehr, aus Paris vom 12./22. Ok-tober, das J. C. alsvon einer beglaubten und vertrauten person anunser rät einen geschrieben" unter dem 7. Dez. an L. Wilhelm schickte.Hienach verliessen die Gesandten Paris am 4. Okt. um 12 Uhr; etlichesagten dem Berichterstatter,das man sie in der statt mit kott undsteinen solt ausgeworfen haben. Was mich anlangt, weiss ich andersnicht; darumb, ob ime also seie, werdt ihr besser durch sie oder ihrediener verstehen können". Es gingen mancherlei Reden, sie hättentrophardiment, arrogament, resolument" geredetund sonderlich das der haran-geur trop resolu wer gewesen ; dardurch den könig so erzürnet, das erden tag der audienz nicht soll zu nacht gessen haben und die inge-gebenen schrieften mit füessen getretten. Derhalben er ihnen gebottenhabe, das sie ohn allen Verzug und in zehen tagen Frankreich soltenreumen. Man hab in also angereizt, das er desto besser darauf greifenund die Hugenotten desto mehr beleidigen wolle. Und dieweil die sagvon des königs erbittcrung so gross ist, gehn reden, das man die ge-sandten beim köpf solt griefen haben und ihrem verdienst nach tractirt,und wo das volk gewust hette, das sie den könig solten so angangensein und ihn meinaidig gescholten, wurde der gemein man zur wehrgriefen und sie all erschlagen haben. Und wo der grave noch vorhandenwer gewesen, sagt man, hett sie der künig vor gewiss gefenglich lasseneinziehen"; es würden ihnen unterwegs noch etliche autlauern. Am 9.sagte der kais. Agent, bei dem der Briefschreiber zu Morgen ass, erhabe gehört, der K. sei sehr erbittert gewesen,dieweil man in perfidiaeaecusirt und mit solcher vehementia agirt oder perorirt hette; sed mosest prineipum magna loqui et iaetare et pauca praestare. Es habensauch andere gesagt, und darneben weiter vermelt, es weren nur verbaet voces, es wer kein nachdruck nicht da, que c'estoit seulement pourfaire bonne mine". Nachmals hiess es dann wieder,es were fast dar-auf gestanden, das man die gesanten wieder zurück gefordert hette,weiterB mit ihnen zu handien". Der K. selbst äussert seine Erbitterungüber die Gesandten,qui m'ont tenu ung langage si plein d'irreverence,que j'ay toute occasion de m'en doulloir et d'en demeurer trC3 malediffie", in einem Sehr, an de Maisse vom l./ll. Okt. (Charriere IV,559 A.).