404 1586 474.
20. Auguat Bitte um Geleit und Pass nach Deutschland, eigner hoher Geschäftewegen; „welche inen alspalt mit anzeig, Frankreich stünde unsoffen, bewilligt und folgenden tag mitgeteiletworden; damit sie sichauch wieder uf den weg begeben und Würtenberg den 17., Isen-burg den 18. abgezogen." 2 )
Da sie bisher, damit dem König der Schimpf heimwüchse,niemanden eröffnet haben, ,,das wir teils abgefordert worden", son-dern Privatgeschäfte der beiden Herren vorgaben, ersuchen sie umein eilendes Sehr. J. C. allein oder mit dem Landgrafen an denKönig mit offener Motivirung jener Abreise und Bitte um sofortigeAudienz; „insonderheit dieweil man von Belliuren soviel vermerkt,das sie beider graven abzug auf alle gesanten verstehen wollen,wo die erklerung alspalt, das wir andere warten wollten, nicht be-schehen were, und das ansehens hat, der könnig wol leiden möcht,das wir alle ungehört und unverrichter Sachen den weg wiederzurück nemmen."
Bitten um Bescheid, wie sie im Fall längeren Hinhaltens sichbenehmen sollen; „dann soviel wir vermerken, der schickendenchur- und fürsten ansehen in nicht fast hoher acht alhie gehaltenwerden will;" 3 ) ob sie „wegen des despects, so der könnig denteutscheu chur-, fürsten und stenden, in dem er uns contra iusgentium et libertatem legatorum bisshero zue keiner audienz kommeulassen noch auch sonsten weder sehen noch hören will", vollendsabziehen oder vorher dem K. die Instruktionen in vidimirten Copienoder im Original zusenden und es dabei belassen oder weiter aufAntwort warten sollen. 4 )
Marb, Fr. u. H. III. 1586. I. f. 103. Cop.
1) Vgl. no. 463 A. 1. Die kgl. Antwort verwies die Gesandten andie heimgelassenen Räte, die aber meist verreist waren; am 8. Aug. be-schwerten sie sich endlich beim Kanzler über diesen befremdlichenAufenthalt. Der Kanzler machte die elendesten Ausflüchte: ein an Bru-lart adressirtes Paket könne nur im Rat eröffnet werden; der Zustanddes Königs, der ja so lang als möglich auf sie gewartet habe, sei nichteine Incommodität, sondern eine Necessität; manchmal hätten Gesandteschon 3, 4 oder 5 Monate auf eine Audienz warten müssen; sie sollten„mit besichtigung dieser und anderer statte die weil vertreiben". DieGesandten wiesen in ihrer Entgegnung auf ihre Ankündigung durch J. G.und auf die unerfüllten Zusagen Pinart's zu Chälon; „wir weren auchso einfeltig nicht, das wir uns uf solche utzug, practiken und badenfartennicht verstunden". Die beiden Grafen begehrten Geleite nach Deutsch-land. Tags darauf erklärten Kellievre und Brulart, jenes kgl. Paket seinun eröffnet worden; der K. könne vor Ende Sept. nicht hier sein unddie Gesandten vorher nicht empfangen (die Gesandten an J. C. 13 Aug.Marb. Cop.). Am 10. Aug. schrieb hierauf Würtemberg (m. m. Isenlmrg) anden König, es sei ihm unmöglich länger zu bleiben und er bitte den K.nur gleichviel wo einem oder zweien der Gesandten Audienz «u ge-währen, „sans soy discommoder en aueune maniere". Dies schlug aberdie kgl. Antwort vom 12./22. Aug. ab (Marb. Copp.).
2) Unterwegs schrieb Würtemberg am 19. Aug. aus Troyes noch-mals an den König, den er unter der von den Räten angedeuteten Be-dingung nicht habe aufsuchen wollen, da er nur der Legation wegen dieReise übernommen habe; er bittet seine rasche Abreise nicht übel zunehmen, erklärt trotzdem „serviteur tres-humhle et volontaire de V. M."