275. 1584 207
Halberstadt; hat seither aus Halle, Dessau, Berlin und Zösse ab- 17. Aprilsichtlich nicht geschrieben; schickt jetzt die Erklärungen von Mag-deburg, Anhalt und Kurbrandenburg. Man hätte ihn fast überallgern mit einem Reccpisse abgefertigt. „So hat man auch aller-hand absurditeten und ungereumbte disputationes von M. Gn. Oh.und H. zu Cöln persohn uff die bahn gebracht", deren Diluitionvon seiner Seite übrigens die kf. und fürstlichen Räte gern hörten,„mit Vermeidung, das das ganz werk dardurch bis anhero sehrremorirt, das neben uberschickten schreiben in der colnischensachen wenig berichts mündlich besehenen sein sollte; bei I. Ch.Gn. und stenden des reichs mangels [l] an der hülf, wie ich v^r-treulich berichtet werde, ainzig an dem, das I. Ch. und F. Gn.theologen selbsten das werk mehrerteils aus denen Ursachen bisdahero gehindert haben sollen und noch, das hochstgedachter chnr-fürst sich zum Zwinglianismo begeben und wie sie es genennetden verhasten Calvinismum bekennet; und wolten sie die theo-logen, wann bei ihnen die optio stunde, lieber catholisch sein danncalvinisch".
Anhalt gab ihm solche Sehr, und Anleitung an Brandenburgund Sachsen mit, dass Brandenburg seinen Gesandten zu Rothen-burg Copie „E. Gn. Schreibens" und den Befehl nachschickte,nichts „irem mitchurfürsten und bruder" Erzb. Gebhard, den widerGebühr degradirten Capitularen und sonst allen Ständen A. C.Präjudizirliches oder Gefährliches zu Stande kommen zu lassen.Braunschweig und Anhalt leisteten ihm bei Sachsen solchen Vor-schub, dass der Kf., wie er hier vertraulich hörte, schon vor seinerAnkunft den Räten zu Rothenburg ebenmässigen Befehl wie Bran-denburg nachschrieb.
Der brandenburgische Kanzler Dr. Distelmeyer zeigte sich derSache günstig und namentlich viel Mitleid über die tyrannischeBehandlung Hermanns von Wied. Das Sehr, an Graf Joachim vonHohenzollern, der nach dem Rhein verreist war, übergab er der
Gemahlin desselben ......Hier kam er auf Palmarum an
und erhielt vorgestern von Dr.' Andrea Pauli, Dr. Peifi'er und denbeiden Sekretären im Schloss die Antwort, .der Kf. habe auf Oculibefohlen, von dato an bis Ostern ebenso wie die kais. (JakobKurtz -und Georg Prosskoffsky) u. a. Gesandten und Boten zuwarten......
„Die kais. gesandten sein vorgestern und heut vleissig in dieschlosskirchen zur predig gangen und hat sich Jacob Kurtz sonder-lich devotissime in der kirchen erzeigt. M. Gn. Ch. und H. hatein stattlich musicam in der kirchen gehabt, so die passion gesun-gen. M. Georgius Listenius hat in der schlosskirchen gestern ge-predigt locum Pauli de coena: Ego a domino aeeepi.
Die kais. gesandten sollen vornemblich des neuen calendershalben denselbigen anzunemmen Werbung haben. Darauf I. Ch. Gn.sie fragen lassen, ob man bei inen zu Prag schon ostern gehalten;wie sie ja gesagt, haben I. Gh. Gn. wider sagen lassen, so mustensie auch alhie ostern halten, dann die reichsstende hielten sichnoch billich zu dem alten calender, bis der neu calender mit ein-helliger bewilligung approbirt und angenommen werden möchte; er