252-253. 1584 187
keiten war gut gemeint, wurde aber in Deutschland mit gutem Recht als 12. Januarganz inopportun betrachtet. Die hohe Befriedigung S^gur's über dieAntwort Kursachsens (vgl. Segur an J. C, Torgau 11. Febr. Ma. a. a. O.Or.) spricht nur für die Richtigkeit der anderweitigen Nachrichten überdas sanguinische und höchst undiplomatische Naturell des Gesandten(vgl. Polenz IV, 365 ff.). Die Antwort Kf. Augusts, Augustusburg4. Febr. (Henrici Navarr. regis epistolae, Utrecht 1679, p. 203ff.)erhielt Segur zu Dresden durch den Kurprinzen Christian; da er aberbeim Kf. selbst keine Audienz bekam, musste er sich begnügen einenTeil des bei August mündlich Anzubringenden einem kf. Rat anzuver-trauen (vgl. Segur an ,Kf. August, Dresden 6. — nicht 13. — Febr.,ebd. 323 ff., wonach die Darstellung bei Polenz IV, 392 f. zu berich-tigen ist). Selbst L. "Wilhelm hatte in seiner Antwort vom 31. Dez. 1583die Synode für aiiBsicbtlos erklärt, wegen des evangelischen BündnissesBicb auf seine Erbverbrüderung und das Gutachten der übrigen A. 0.Verwandten zurückgezogen und war der Bitte um Ermahnung K. Hein-rich III zum Frieden ausgewichen (Henrici regis epp. p. 241 ff.),während August wenigstens diesem Wunsch durch sein Sehr, vom 3. Febr.(ohne Navarr a oder Segur zu nennen) entsprach (ebd. 214 ff.).
253. Landgraf Georg an Landgraf Ludwig. i?" J T!£
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Streng vertraulich. J. C. hielt ein Colloquium zwischenseinen und den kurpfälzischen Theologen, deren einer die Gegnerzum Schweigen gebracht haben soll; J. C. führte eigh. das Proto-koll und soll gesagt haben, jetzt habe er gehört, was er seinLeben nie gewusst; „dan sie ein laie weren und sich disputirensnie bevlissen"; er wolle den Dingen ferner nachdenken. J. C.soll fast haben merken lassen, er sei nicht ungeneigt „sich zuunserer religion zu begeben", worauf etliche der Seinigen da-zwischen kamen und J. C. einredeten, „das es dieselben [S. L.]noch zur zeit pleiben lassen". 1 ) .... Nicht nach Cassel zuschreiben; Brief zu verbrennen......
Darmstadt. Ret.-Sachen- Cop.
1) Ueber ähnliche Gerüchte nach dem Tod Kf. Friedrichs III vgl.I. 8 A 4; 19; 22. In „Kurtzer, warhafftiger vnd gründlicherbericht auff etliche vnverschampte calumnien vnd vnwarheiten derjetzigen calvinischen predicanten zu Heidelberg" erzählt der Verf. PaulSchechsius, dass seine Predigt bei der letzten Reise Kf. Ludwigs nachBaden von J. C. angehört und ausdrücklich belobt worden sei, woraufder anwesende Statthalter Wambold eine weitere Erörterung hierüber un-höflich genug abgeschnitten habe (f. L.). Das interessanteste Zeugnissist ein Sehr, des jungen Pf. Karl an Kf. August von Sachsen, Bergzabern6. März 1584 (Dr. a. a. O. Eigh.), worin der Pf. ger#dez!u sagt: „Daskan E. Gn. ich für gewiss schreiben, das . . herzog Johan Casimirpfalzgrave etc. für sein person wol zu gewinnen were, und wo er nit soein gutt gemütt gehabt und hette seinen hitzigen köpfen, die alles ver-derben .... gefolgt, so stünde es leider albereit viel ertrer in derPfalz". Hätte der Herzog ebensoviel Leute unserer Meinung und die esmit dem Vaterland gut meinen um sich, „were zu hoffen, S. L. söltenbald zu uns tretten und unser religion werden, wie ich dannoch guter hoffnung bin, und haben seine böse leutmithenden und füssen zu wehren, das solches nit geschieht".Der Pf. meint, Kf. August sollte mit Brandenburg weiter warnen und be-