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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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276Bestände unser Totentanz wirklich aus solchen Darstellungen

wäre das Schlussbild allerdings nicht

an seinem

dannPlatz; so

&- ganz

bestätigt es im Gegenteil die ganze voranstehende Untersuchung innatürlichster Weise, ohne jedekühne" Erfindung.

Wir sahen, wie Holbein das alte Totenmotiv bloss dazu benutzte,um den Eindruck der Lebensbilder durch Kontraste zu erhöhen.Indem er zum Schluss die Schilderung des höchsten Elends wählte,verzichtete er, gerade im Gegensatz zum Pisaner Gemälde, darauf,eine Totengestalt hinzuzufügen, weil eine solche den gewollten Ein-druck eher abschwächen als steigern würde. Denn die Erscheinungdes vom Elenden so heiss ersehnten Todes würde, auch wenn eran ihm vorüberginge (wie im Pisaner Gemälde), immerhin an dieWohlthat erinnern, die ihm zuletzt doch bevorsteht. Dagegen ver-stand es Holbein was bisher anscheinend unbeachtet blieb inganz anderer Weise als durch jenen angeblichen Hohn, das grau-same Schicksal des Elenden auf das wirksamste zu beleuchten. DasBild eines kranken Strassenbettlers braucht nicht ohne weiteres denGipfel des Unglücks darzustellen. Holbeins Siecher trägt aber anseinem gedunsenen, mit Lumpen umwickelten Bein das deutlicheKennzeichen des Aussatzes, jener damals so verbreiteten und ge-fürchteten Krankheit, deren Opfer aus der menschlichen Gesellschaftausgestossen wurden, wie denn auch in unserem Bilde die in einigerEntfernung vom Unglücklichen Vorübergehenden auf ihn weisen, ihnwohl auch, nach der Handbewegung der vor dem Thor stehendenFrau zu schliessen, bemitleiden, aber trotzdem meiden. So zeichneteHolbein, vielleicht unter dem Einfiuss seines Vaters, der auf demBilde der heiligen Elisabeth ebenfalls Aussätzige angebracht hatte(Woltmann, No. 78, S. 92)*), durch den Gegensatz des aus-gestossenen Aussätzigen und der lebensfrohen Menschen das höchsteElend, die vollkommene Verlassenheit des Unglücklichen mit derganzen Überzeugungskraft der Wirklichkeit. Daneben ist der ver-meintlich vervollständigte Kölner Nachschnitt desselben Blattes einewahre Karikatur des HoLBEiNschen Gedankens.

) Übrigens dürften auch der Bettler (Geiler) in den Heidelberger Holzschnitten und derBettler im Berner Totentanz, mit den stark geschwollenen, von Schwären bedeckten Beinen (S. 149),Aussätzige im älteren Sinn darstellen, wonach allerdings verschiedene Krankheiten unter demselbenNamen zusammengefasst wurden.