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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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nichts übrig, als im Kaiserbilde eine dem Andenken an den damalsschon verstorbenen Maximilian gewidmete Huldigung zu erblicken;dadurch wird aber der wirksame Gegensatz zu dem eminent histo-rischen Papstbilde hinfällig. Ich finde dies auch ganz begreiflich,da Holbein die einzelnen Totentanzbilder weniger nach allgemeinenÜberlegungen als nach augenblicklicher Eingebung schuf, und daandererseits das malerische Motiv des Kaiserbildes, wie bemerkt,einer von ihm mehrfach benutzten Quelle entlehnt, die Beziehungauf Maximilian aber vielleicht durch die Verherrlichungen diesesKaisers in den bekannten Holzschnitten Dürers und Burckmairsangeregt ist.

Das improvisatorische Vorgehen Holbeins erklärt denn auch dieweiteren Zuthaten des Papst- und des Kaiserbildes. Für beide hatteer Scenen konzipiert, worin ein passender Platz für die Toten-gestalten nicht vorgesehen und überhaupt nicht vorhanden war;eine tragische oder dämonische Wirkung war für das Kaiserbildschon durch seine Tendenz und für das Papstbild dadurch aus-geschlossen, dass darin kein individuell menschlicher Vorgang, sondernein Stück Weltgeschichte zur Darstellung kam. Nur die äussereNötigung, den Totentanzcharakter zu markieren, veranlasste Holbeinzur Einfügung der rein allegorischen, visionären Erscheinungen , diedaher den allgemeinen Eindruck eher abschwächen als fördern. Diesbestätigt auch die zweite Totenfigur im Papstbilde, die hinter demKardinal stehend ihn in der Tracht nachäfft, sonst aber ganz passivund um so überflüssiger erscheint, als der Kardinal im Totentanzeine besondere Darstellung erfuhr. Noch weniger angebracht sindnatürlich die schon erläuterten teuflischen Arabesken im Papstbilde;als Ausfluss des damaligen Parteieifers kann man sie einem Holbeinzu gute halten, damit sollte aber auch der Symbolik genug sein.

Fassen wir unser Urteil zusammen. Im Papst- und im Kaiser-bilde sind die Totcngestalten eine rein äusserliche Zuthat, die demeigentlichen und bedeutsamen Inhalt der Bilder sich gar nicht an-passen Hess. Holbein kam zu diesem Zwiespalt, weil er bei seinemStreben, die zeitgenössische Geschichte im weitesten Sinne künst-lerisch zu schildern, die Grenzen verkannte, die einer Benutzung derTotentanzidee für jenen Zweck gezogen sind. So bleibt die Moti-vierung der beiden Blätter als Totentanzbilder mit die schwächste

in der ganzen Reihe,

während sie im übrigen zu den vorzüglichsten