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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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knienden Armen in seinem Recht und straft dessen vornehmenBedrücker. Hinter beiden Herrschern erhebt sich die Totengestalt;den Papst umfasst sie, wie um ihn fortzuziehen, dem Kaiserscheint sie die Krone abreissen zu wollen. In keiner Weise greifensie aber in die Handlung ein oder illustrieren den wirklichen Todeines Papstes oder des Kaisers inmitten ihrer höchsten Repräsen-tation , was schon das historische Gepräge der Bilder empfindlichbeeinträchtigen würde.

Auch hier ist Woltmann anderer Ansicht.Der Tod weiss,wie er jeglichen Menschen am besten trifft. Auf dem Gipfel seinerVermessenheit packt er den Papst."Der Kaiser dagegen hatsein Haus bestellt, als es zu Ende geht. Auch er thront im vollenOrnat, von seinen Räten umgeben, aber er übt sein Amt inwürdigster Art." Unzweifelhaft hat Holbein beide Herrscherungleich behandelt, indem er dem Triumph der Herrschsuchtdes PapstesGipfel der Vermessenheit" dürfte schwerlich jemandfür den sachlich richtigen Ausdruck für eine vom Papst voll-zogene Kaiserkrönung halten die Gerechtigkeitsliebc und-pflege des Kaisers gegenüberstellte. Ebenso gewiss hat er aberdurch nichts angedeutet, dass er dabei dem von Woltmann aus-gesprochenen Gedanken folgte, der das Auftreten des Todes zudem verschiedenen Charakter und Handeln der beiden Herrscherin eine bestimmte Beziehung bringt. Dies kann nämlich nachWoltmanns sonstigen Auslassungen nur heissen, dass der Tod alseine Strafe des Himmels über den Papst mitten in seinem Frevelhereinbricht, den gerechten Kaiser aber friedlich von seiner Lebens-bürde befreit. Was zeigen jedoch in Wirklichkeit Holiskixs Bilder? Unbemerkt ist die Totengestalt dem greisen Papste genaht undsucht ihn sanft fortzuziehen, nachdem er eben mit der Kaistr-krönung das stolzeste Ziel seines Lebens erreicht hat; rauh undverletzend fasst sie dagegen den Kaiser an, der sich uns in deredelsten Ausübung seines Herrscheramts darstellt. Wo bleibt dadie verkündete Moral?

Etwas anderes ist es, dass auf dem Papstbilde noch zwei Teufels-fratzen angebracht sind, von denen die eine mit einer Bulle in denHänden in der Luft schwebt, die andere hinter dem Thronhimmellauert wie Woltmann meint, um die Seele des Papstes in Empfangzu nehmen. Abgesehen von dieser mindestens sehr unsicheren