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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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In dieser Darstellung

Zeit- und Genrebildes

in

der vollkommenen Ausführung eines

dämonischen Zug hineinträgt

in

das die mitthätige Totengestalt nur denberuht der Hauptwert unseres Bildes.

mitdamit offenbar in Zusammenhang stehenden

nichts kann dies besser kennzeichnen als der Versdeich

o

worin der Tod mit vorgehaltenem Stundenglas

Und

einer ähnlichen undZeichnung Baldungs,vor den in Gesellschaft tafelnden Fürsten tritt, der entsetzt zurück-fährt (s. No. 67). Dies wäre das richtige Todesbild, auf das diemoralischen Bemerkungen Massmaxns und Woltmanns allenfalls gepassthätten, die Holbein gegenüber so wenig angebracht sind. Solltedie BALDUNGSche Zeichnung älter sein und Holbein das Motiv derKönigstafel entlehnt haben, so müsste man um so mehr be-wundern, dass er sich durch das sonst gut gezeichnete Vorbildnicht zu trivialer Wiederholung verleiten Hess; war umgekehrtBaldung der Nachahmer, so lieferte dies ein Zeugnis, dass auchHolbeins Zeitgenossen sein Werk nur im Sinn der populären Todes-bilder zu interpretieren wussten, nicht anders wie ihre Nachkommennach mehr als 300 Jahren.

Die „Gräfin" lautet in der ersten Ausgabe die Überschrifteines innerlich verwandten Bildes (34). Sie lässt sich von zweiPersonen beim Ankleiden helfen; eine ältere Frau reicht ihr einfestliches Obcrkleid und die Totengestalt legt ihr ein Halsband um,das aber aus Totenknochen besteht. Auch diese Darstellung sollnach der Ansicht von Grüneisen und Mechel (denen sich auchBurckhardt anschliesst, No. 4, S. 64) eine menschliche Schwächegeissein, die Eitelkeit und Putzsucht des Weibes. Ich folge aberdieses Mal der Auslegung Schuberts, der die Gräfin zwanglos undpassend eine Braut nennt. Indem die dämonische Totengestalt dieBraut zur Hochzeit schmücken hilft, wird ein tragischer Ton an-geschlagen, der unbedingt anmutender ist als jene schale Sittenpredigtgegen die Putzsucht.

In ähnlicher Weise als Stimmungsbild wirkt das Blatt mit demAckers mann (38). In stiller Abendstunde pflügt er sein Feld;mit der sinkenden Sonne winkt ihm das Ende der Tagesarbeit unddie Ruhe in seinem Heim, das freundlich aus dem Mittelgrunde auf-taucht. Aber der Treiber, der neben den vorderen Pferden des Vier-gespanns mit geschwungener Peitsche einherspringt, ist die unsbekannte Totengestalt; vom Sinken des Tages, von der Abendruhe

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