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auch den zweiten Armen überhört. Die Parallele zum vorigen Bildemit allen weiteren Folgerungen liegt so sehr auf der Hand, dass sienicht ausgeführt zu werden braucht; die bis zum Überdruss wiederholteAllegorie des abstrakten Todes wäre also wieder einmal beseitigt.— Die Totengestalt selbst ist übrigens im vorliegenden Blatte, imGegensatz zu den guten anderen Figuren, misslungen, besonders inder Lithographie.
Die Scene mit dem Herzog (13) ist nicht ganz so klar. Er wirdvon einer armen Frau, die ihr notdürftig bekleidetes Kind an derHand führt, um eine Gabe angefleht, wehrt sie aber mit beiden Händenab und wendet sich verdriesslich zu seinem Gefolge. Da erhebt sichhinter der Frau die Totengestalt und streckt beide Arme nach demhartherzigen Fürsten aus. Nach der bisherigen Auffassung soll diesnatürlich der sein Opfer packende Tod sein. Ich vermisse aber indieser Bewegung die Sicherheit und selbst Brutalität, mit der dieseGestalten, wo sie als wirkliche Todesboten auftreten, z. B. imAlphabet, ihre Opfer packen, und ferner den Ausdruck desSchreckens oder überhaupt irgend einer Aufregung über den Über-fall bei den Anwesenden (vgl. 11, 12, 14, 15, 16, 23, 29, 30, 32,39). Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass die Gestalt, die, ohnesich von ihrem Platz zu rühren, bloss vorgebeugt jene Bewegungausführt, damit nur eine zudringliche Bitte andeutet und sich alsBegleiter der armen Frau darstellen soll, gerade so wie die Toten-gestalt beim Ratsherrn sich dem vergeblich bittenden Armen an-schliesst. Im übrigen ist die ganze Gruppe vorzüglich; das Bilddes Herzogs im Alphabet hat mit dem vorliegenden gar keinenZusammenhang.
Auf die Ungerechtigkeit und Hartherzigkeit folgen noch zweiLaster. Erstens die Sittenlosigkeit der jungen Nonne (24), dievor dem Altar kniend sich nach dem Jüngling umsieht, der aufihrem Bette sitzt und die Laute spielt, während eine weibliche Toten-gestalt, durch Kapuze und Skapulier ebenfalls als Nonne gekennzeichnet,sich an einer auf dem Altar brennenden Kerze zu schaffen macht.Massmann erblickt in diesem Bilde die Allegorie einer Nonne, diean ihren irdischen Jugendgeliebten zurückdenkt (No. 48, S. 75), undWoltmann sieht wieder darin, dass die leichenhafte Alte angeblichdas Licht auslöscht, eine symbolische Handlung, nämlich die An-deutung des bevorstehenden Todes. Beides ist aber für Holbein