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Cyklus die Verspottung der Habsucht entstand, führt auch jene Ver-wandlung des Wucherers zu einer bedeutenden Steigerung derWirkung. Mitten unter seinen Schätzen im Kellergewölbe sitzend,wird der Geizige von dem fürchterlichen Eindringling überrascht, dersich gemächlich niederlässt und ihm mit vollen Händen das Geldraubt. Auch hier verrät der erstere in seiner ganzen Haltung, indem
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er sich mit ausgebreiteten Armen über den Tisch vorbeugt, nichtTodesschrecken, sondern einzig Entsetzen und Zorn über den ihmdrohenden Verlust des geliebten Mammons, wobei seine leidenschaft-liche Bewegung und sein nervös verzogenes Gesicht wunderbar gegendie eisige Ruhe des satanisch lächelnden Gegenübers absticht (S. 202).Bei dem Fehlen jedes Angriffs gegen den Lebenden selbst liegt derSchwerpunkt zweifellos nicht in der Vorstellung eines etwa unmittel-bar bevorstehenden Todes, sondern in der köstlichen Ironie, die sichin der ganzen Scene ausspricht; durch den von Woltmann vor-gebrachten Bibelspruch wird dieser Eindruck natürlich nicht erhöht.Das Bild der Kaiserin (10) halte ich nicht gerade für be-sonders gelungen, weil dem prunkvollen Aufzug mit dem zahlreichenHofstaat ein rechtes Leben fehlt, was wiederum durch eine wenigglückliche Auffassung des Hauptvorgangs veranlasst ist. Die in einenlangen Frauenmantel und eine Haube gehüllte weibliche Totengestalthält die Kaiserin an und weist mit der Hand auf das unmittelbarvor ihr gähnende Grab. Unwillkürlich muss man wieder an die schoneinmal, beim alten Manne, erwähnte Allegorie von H. Baldung denken,wodurch das Unbefriedigende von Holbeins Darstellung erst rechtoffenbar wird, nämlich die Vermischung der realistischen Auffassungmit der Allegorie. Ein weiterer Fehler ist die vollkommene Indifferenzder Kaiserin. Der unbequeme Eindruck würde merklich abgeschwächtwerden, wenn die Maske der Totengestalt eine verständliche, z. B.diejenige eines bestimmten Hausgenossen wäre, der die Kaiserin aufdas offene Grab aufmerksam machte. Die bisherigen weit auseinandergehenden Deutungen dieser Maske beweisen eben deren Unzulänglich-keit. Massmann sieht darin die „alte Amme" der Kaiserin — einnicht unpassender Vergleich, wenn nicht Massmann einen ganzenRoman in moralisierendem Sinn darangeschlossen hätte. Mechelnennt den weiblichen Toten einen „Hofmarschall" und Woltmannein totes Weib „mit dem Leichentuch wie mit einem Fürstenmantelumhüllt". Das Leichentuch beruht auf einem entschiedenen Irrtum,