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den angreifenden Toten. Es ist darin, abweichend von den altenTotentänzen, die den Narren einfach als Vertreter seines Standeszeichnen, die Narrheit selbst ironisch geschildert, die auch imernstesten Augenblick von ihrer läppischen Art nicht lässt. Bei derWiederholung dieses Gegenstandes im grossen Totentanz hat Hol-bein eine bemerkenswerte Änderung vorgenommen. So wie er dortüberhaupt die im Alphabet überwiegenden Kampfscenen zwischenLebenden und Toten einschränkte, geschah es auch mit dem Narren.Er befindet sich keinem Angreifer gegenüber, sondern sein dämo-nischer Partner tanzt und spielt auf dem Dudelsack als sein Genosse;denn wenigstens im 15. Jahrhundert pflegten gerade die Narren aufder Schalmei oder dem Dudelsack zum Tanze aufzuspielen (s. DufourNo. 10, S. 8 und die Kartenspiele des 15. Jahrhunderts, No. 26, I,S. 255). Der Narr wird auch von diesem seinen Gefährten, der ihnnur leicht am Mantel gefasst hält, nicht gewaltsam zum Tanze fort-gezogen , sondern gleichsam nur dazu aufgefordert und springt auchwirklich mit ihm weiter, holt aber zugleich zu einem gelegentlichenSchlag mit dem Kolben aus. Seine alberne Hinterlist ist durch dieGebärden, die halbe Abwendung von dem Genossen und die Haltungder Linken am offenen Munde, vorzüglich wiedergegeben. Fasst mandas Bild so auf, als zwei tanzende Narren, so läge die Ironie, wiein allen ähnlichen Fällen darin, dass der eine läppische Gesell dieTotengestalt für seinesgleichen hält und so behandelt. Der Kontrastwird noch gesteigert durch das Alter des kahlköpfigen und zahnlosenNarren. Der von Woltmann angegebene Vergleich mit der englischenvolkstümlichen Pantomime vom Kampf des Narren mit dem Todepasst wohl zum Narrenbild des Alphabets, aber nicht zu dem desgrossen Totentanzes, weil dort eben vom Kampf nichts zu sehenist. — Die Ähnlichkeit der Totengestalt mit derjenigen der Heidinin Gross-Basel (Fig. 74) ist unverkennbar*).
Der Geizige (28 — Rychmann der ersten Ausgabe) ist eineUmbildung des Wucherers im Alphabet, wo sich Holbein noch einiger-massen an die Grossbasler Vorlage hielt. Ähnlich wie aus dem blosslächerlichen Mönch der Dolchscheide und des Alphabets im grossen
1 .Massmann (No. 48, S. 7) bezeichnet die unanständige Entblössung des Narren in denLyoner Ausgaben — dieses Bild wurde erst in Lyon geschnitten —, die in den späteren Kopiendurch einen Kleidzipfel verdeckt wurde, als eine „französische" Obscönität, aber sehr mit Unrecht.Das Vorbild dazu findet sich im Narren des Alphabets.