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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
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Schrecken malen sich deutlich auf seinem Gesicht, aber die anderenGebärden sind noch bezeichnender. Mit aller Wucht beugt er sichzur Thüre vor, seine Rechte hält krampfhaft den Sack, die Linkemit der Sammelbüchse ist weit vorgestreckt: wir sehen, seine Angstgilt zumeist den erbettelten Gaben, die er zuerst zu bergen sucht.Deutlicher kann die Habsucht nicht gezeichnet sein. Woltmannerinnert mit Recht an die allgemeine Erbitterung gegen die Bettel-mönche jener Zeit; was soll aber wiederum das Citat des Spruchsvon denen, die in der Finsternis sitzen und im Schatten des Todes?Wird damit auch das geringste zur Erläuterung des Bildes beigetragen?

Beachtenswert ist die Steigerung, die die Darstellung des Mönchsin den drei Totentänzen erfuhr. Auf der Dolchscheide und im Alphabetwird er von Toten fortgezerrt, wobei nur der Kontrast zwischen derbehäbigen Figur des Mönchs und seinen erzwungenen Sprüngen (Dolch-scheide) oder die gewaltsame Entführung am Skapulier (Alphabet)komisch wirkt. Im grossen Totentanz erst fügt Holbein die prächtigeSatire gegen die Habsucht hinzu.

Das alte Weib (25) ist ein dem Leben abgelauschtes Bildeiner bereits stumpfsinnigen, mit offenem Mund dahinschleichendenAlten. Mechel meint, dass sie in ihr Gebet vertieft, die Musik desersten Toten überhört und dafür vom zweiten mit Schlägen bedrohtwird; ich glaube, dass die lebhafte Gebärde des letzteren nur imGegensatz zur stillen Alten entstand, sowie genau dieselbe Gebärdeunter den fünf Toten des italienischen Holzschnittes (s. Schreiber)zweimal vorkommt, wo doch von einer thätlichen Drohung nicht dieRede sein kann. Die Epitheta des Weibesherzgestillt" undmitWürde einherschreitend" hat Massmann zu verantworten (Schlott-HAUERsche Ausgabe, S. 75, /"/).

Der alte Mann (33) ist nicht unmittelbar aus dem Waldbruderdes Grossbasler Totentanzes entstanden (Massmann), sondern aus demgebrechlichen, greisen Waldbruder des Alphabets (S. 173). Ruhiglässt er sich von dem musizierenden Toten stützen und führen wievon einem begleitenden Diener oder Freunde. Nur die Grube, indie der Alte beinahe hineintritt, ist kein glücklicher Gedanke. Passendin dem bekannten allegorischen Todesbild von H. Baldung (vgl. u. a.Wessely , Titelbild), wo der Tod das nackte junge Weib auf dasoffene Grab verweist, ist eine Wiederholung dieses Motivs beim ge-brechlichen Alten und in der angedeuteten Art wenig angebracht;