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Rücksicht auf ihre Reihenfolge nach ihrem inneren Zusammenhangin gewisse Kategorien zusammenzufassen. Freilich werden auch beidieser Einteilung einige Inkonsequenzen nicht zu vermeiden sein.
Der Abt (14), der Mönch (23), das alte Weib (25),der alte Mann (33), der Krämer (37).
Ich stelle diese Bilder voran, weil sie äusserlich am meistenÄhnlichkeit mit den alten Totentänzen haben: einzelne Lebende mitihren dämonischen Begleitern, die teilweise sogar tanzen und Musik-instrumente spielen. Und doch weht uns nicht der Hauch einesdüsteren Totentanzes, sondern leuchtet uns vor allem echtes Lebenmit dem unnachahmlichen Zauber voller Wirklichkeit entgegen.
Der Abt (14) ist eine von den Gestalten, die nach Woltmannbesonders gebrandmarkt sein sollen. Vorsichtigerweise beruft er sichdabei auf den beigefügten Bibelspruch, der von „Zuchtlosigkeit" und„Fülle der Thorheit" redet; denn sonst bliebe es unerfindlich, woherjene schweren Anklagen erflossen. Wer aber Holbein nicht einfachfür den Geschmack der Lyoner Herausgeber und ihres Dichters ver-antwortlich macht, sieht in unserem Abt nicht den Gegenstand beisscn-der Satire, sondern eines prächtigen Humors. Feist, aber nichtweichlich, weiss er sich kräftig zu wehren; und wenn sein zu-dringlicher Führer nicht gegen menschliche Empfindung gefeit wäre,so würde er die schwere Hand des geistlichen Herrn und die Wucht,womit dieser ihm das Buch nachschleudert, nicht mit dem impertinentenLächeln beantworten, das sein Knochengesicht verzieht. Trotz derUrwüchsigkeit beider Gestalten sind sie nicht schlechtweg eine Er-findung Holbeins. Bekanntlich stammt die Totengestalt von demBilde des Kochs in Gross-Basel (S. 129, 130); die Abänderungen derKopie wurden auch schon angegeben. Andere Reminiscenzen an einälteres Bild sind die flache Klappe und das in der Hand gehalteneBuch des Abts, sowie der von der Totengestalt getragene Krumm-stab; dies alles findet sich nämlich in dem Bilde des Abts in denHeidelberger Holzschnitten. Ein interessantes Beispiel, wie das Augedes Künstlers weit voneinander entlegene Motive zusammenführt undso glücklich miteinander verschmilzt, dass die Entlehnungen erst beieingehendem Studium kenntlich werden.
Der Mönch (23), der mit der Sammelbüchse und dem gefülltenZwerchsack eben heimkehrt, wird an der Klosterpforte von demKnochenmann mit wildem Hohn von hinten gefasst; Angst und
Goette, Holbeins Totentanz u, seine Vorbilder.
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