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und Inhalt der Handlung der Tod ist, während Holbein die Situationganz anders gestaltet; nur gilt dies freilich mit der Massgabe, dassdas Neue bei ihm nicht von vornherein grundsätzlich und fertig ein-tritt , sondern durch allmähliche Entwicklung aus den alten, über-kommenen Anschauungen herauswächst. In dem Alphabet tretendaher die Totengestalten noch in der Regel so wie in den altenTotentänzen als Verkündiger oder Vollstrecker des Todes auf, werdenauch von den Lebenden so aufgefasst, und dies ergiebt zugleich denwesentlichen Inhalt der Scene; als Ausnahmen wären nur der Arzt,der Wucherer, der Krieger, die Dirne, der Säufer und der Spieler,endlich das Kind zu nennen (S. 185—190). In dem ganzen grossenTotentanz zähle ich dagegen nicht mehr wie sechs Bilder, die sich ebensowie jene Mehrzahl des Alphabets verhalten (Königin 11, Äbtissin 15,Domherr 17, Kaufmann 29, Herzogin 36, Kind 39); in den übrigenvorhin aufgezählten Scenen ist das Todesmotiv nur noch Mittel zumZweck, sei es, dass dieser in der Charakteristik der Personen (Abt 14,altes Weib 25, alter Mann 33) oder in der Veranschaulichung andererMomente beruht (Bischof 12, Mönch 23); der Krämer 37 und dieKampfscenen 16, 31, 40 bilden aber schon den Übergang zu denübrigen Bildern, in denen die Totengestalten im Verkehr mit denMenschen sich überhaupt nicht mehr zu erkennen gaben und meistauch vom unmittelbaren Tod gar nicht die Rede ist. Ob die Unter-haltung des Krämers mit der Totengestalt wirklich ein Todesgesprächsein soll, ähnlich den Wechselreden der alten Totentänze, bleibtunentschieden, so vollkommen ist die Scene dem Alltagsleben nach-gebildet. Sicher handelt es sich aber in allen ähnlichen folgendenScenen gar nicht mehr um den unmittelbaren, sondern allenfalls umden drohenden Tod, der aber den Mithandelnden, da sie die Toten-gestalt nicht sehen oder für ihresgleichen halten, verborgen bleibtund nur dem Beschauer durch eben diese Gestalt angedeutet wird,wie z. B. in dem ganz missverstandenen Bilde des Königs. So etwaskann man natürlich nicht ein Todesbild nennen; es sind vollkommeneLebensbilder, die durch jene, man möchte beinahe sagen visionäreFigur nur stärkere Reflexe erhalten. Die Kunst Holbeins verstand esaber, mit wenigen Ausnahmen, durch den Realismus der Darstellungjeden Schein einer verschwommenen Vision zu vermeiden, und indemer uns zuerst flüchtig an eigentliche Todesbilder erinnert, uns dann umso intensiver in das bewegte Getriebe des Lebens schauen zu lassen.