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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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des Toten sich in völlig gleicher Lage befinden und das letzteredie Gelenkbildung des ersteren genau wiederholt.

Die ganze Lebenswahrheit der HoLBEiNschen Totengestalten be-ruht nun aber nicht bloss in der Bildung ihrer Einzelteile, sondernebenso in ihrer Gesamthaltung, die weit über die Grenzenhinaus, die dem Gebaren der Toten in den älteren Totentänzengezogen waren, sich den verschiedensten Lagen im Leben derMenschen mit wunderbarer Naturtreue anpasst und dadurch dieGlaubwürdigkeit einer rein menschlichen Situation ausserordentlicherhöht. Die Thätigkeit der Totengestalten in anderen Totentänzen istimmer eine den Menschen entgegengesetzte; sie führen oder ziehendie in der Regel widerstandslos folgenden Sterbenden zum Todestanz,sie überfallen sie wohl auch oder nahen ihnen mit eindringlicher Rede,stets aber erscheinen sie als die überlegenen, die übermenschlichwirkenden Wesen, die ausserhalb des wirklichen Lebens stehen undvon denen man daher ein menschlich natürliches Gebaren gar nichterwartet. Ganz anders bei Holbein. Mit ganz wenigen, später zuerörternden Ausnahmen bewegen sie sich nicht anders wie ihre Um-gebung , üben keine Gewalt aus, die über das menschliche Masshinausginge, und zeigen dabei die entsprechende Kraftanstrengung(14, 15, 16, 23, 29, 37, 40 u. a.); auch wo sie sich verhältnismässigpassiv verhalten, spricht ihre Haltung ebenso deutlich wie bei denLebenden menschliche Stimmungen und Affekte aus, z. B. die de-mütige Unterordnung des Dieners (8), den Diensteifer des Messnersund des Pferdetreibers (22, 38), offenbaren Hohn und Gering-schätzung (27, 28) u. s. w. Und da die Anwesenheit der nacktenTotengestalten von ihrer Umgebung offenbar nicht weiter beachtetwird, so wirkt sie auch auf den Beschauer weniger störend; wo aberAttribute und Kleidung bei ihnen vorkommen, da dienen sie nurnoch zur Bezeichnung des besonderen Standes (10, 11, 31, 32), alsoebenfalls zur Steigerung des Eindrucks der Wirklichkeit. Was end-lich im besonderen die anatomische Haltung und Stellung dieser Ge-stalten betrifft, so sind sie so vollkommen natürlich, dass sie ohneweiteres als Grundlage für entsprechende menschliche Figuren be-nutzt werden könnten.

Dies alles ist bisher kaum beachtet, gelegentlich sogar aus-drücklich bestritten worden (Woltmann); kein Wunder, da Holbeinsanatomische Kunstgriffe so völlig missverstanden, seine Totengestalten