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nämlich die Anatomie der Weichteile, so gut wie diejenige der Hart-gebilde auch wirklich kenne; dann wird man sich durch einigeminderwertige Figuren Holbeins (3, 6, 20) in seinem Urteil überdie grosse Mehrzahl nicht irre machen lassen.
Was wir an der vorderen Hälfte des sogenannten Schulter-gürtels fanden, wird durch die Bildung des Arms noch weiterillustriert. Nach Woltmann ist der Oberarm der Hoi.BEiNschenTotengestalten oft zweiknochig, obgleich dieser Körperteil in Wirklich-keit nur einen Knochen enthält. In der That gewinnt man hier undda diesen Eindruck, und zweifellos hat ihn Holbein auch wirklichbeabsichtigt. Trotzdem war es recht voreilig, daraus auf seine Un-kenntnis der Anatomie zu schliessen; denn auf der Dolchscheide,deren Totengestalten auch Woltmann für die besseren SkelettbilderHolbeins erklärte, findet sich jener scheinbare Fehler nicht, und imgrossen Totentanz*) kann man ihn nur bei flüchtiger Betrachtung„oft" zu sehen glauben, während eine unzweifelhaft knochenähnlicheBildung dieser Art nur ganz selten vorkommt. Endlich wäre essonderbar, wenn gerade Holbein sich durch jene angebliche Un-kenntnis vor seinen Zeitgenossen Dürer, Baldung, Wechtlin aus-gezeichnet hätte, die ganz richtige doppelte Knochen nur am Unter-arm und Unterschenkel anbrachten. Diese Umstände fordern alsodringend eine nähere Prüfung des Thatbestandes.
Es ist vor allem festzustellen, ob die Zweiteilung des Oberarmsunserer Totengestalten regellos oder in ganz bestimmter Weise an-gebracht ist. Eine vollkommene Vorderansicht des Arms kommtdort nicht vor und nur ganz selten eine Ansicht halb von hinten;eine Doppelbildung ist dabei nicht wahrzunehmen**). In den ge-wöhnlichen Ansichten des Oberarms von aussen und innen erkenntman jedoch gelegentlich eine Längsteilung, die ihn also in einevordere und eine hintere Hälfte zerlegt. Man überzeugt sich aberleicht, dass diese Hälften sehr verschieden gegeneinander abgegrenztsind; nur selten giebt die Zeichnung das Bild von zwei getrennten,nebeneinander liegenden Knochen (5, 6, 26), häufiger ist die Grenze
*) Im Alphabet ist die Doppelbildung in G, I , KL, N, V , W vorhanden; die geringeGrösse der Figuren gestattet aber meist keine genauen Vergleiche. In D brachte LÖDEL dieselbeDoppelbildung an.
•*) Die Linie, die im Bilde 8 hart am inneren Kontur des Arms und ihm parallel verläuft,wird wohl niemand für die Grenze zweier Knochen halten.
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