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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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Ansicht offenbar trotz ihrer fehlerhaften Bildung. In der That wurdeaber die oft geradezu bewundernswürdige Lebenswahrheit derHolbein sehen Totengestalten gerade durch die be-klagten, angeblich aus Unkenntnis entsprungenenAbweichungen von der osteologischen Wahrheit er-reicht. Dieser Erfolg war aber nur möglich mit Hilfe der rechteingehenden anatomischen Kenntnisse Holbeins.

DER RUMPF DER TOTENGESTALTEN.

IER ist vor allem daran zu erinnern, dass die Knochendes Rumpfes, die Wirbel, die Rippen und das Brust-bein, nur ganz geringe Lageveränderungen gestatten,so dass für einen natürlichen Eindruck wesentlich nurdie äussere Form dieser Regionen in Betracht kommt.Darin verhalten sich aber die beiden Hauptteile des Rumpfs, dieBrust und der Bauch, sehr verschieden. Das Skelett der Brustoder der Brustkorb wiederholt ihre Form vollkommen und ist daherbei Holbein am häufigsten als vollständiges und anatomisch im all-gemeinen richtiges Knochengerüst wiedergegeben. Anders der Bauch,dessen Skelett sich auf die rückenständigen Lendenwirbel, d. h. aufeine Fortsetzung der schlanken Brustwirbelsäule beschränkt; amnackten Gerippe sieht man also an Stelle des Bauchs die gewaltigeLücke zwischen dem Brustkorb und dem Becken, die zu den auf-fälligsten Abweichungen des Skeletts von den äusseren Lebensformengehört und das geradezu lächerlich unwahre Bild erzeugt, dass derganze Oberkörper auf einer dünnen Säule balanciert. Schon auf derDolchscheide hat Holbein seine Kenntniss dieser Verhältnisse be-wiesen*), im grossen Totentanz es aber in der Regel vermieden, dieBauchgegend seiner Totengestalten, etwa so wie die Brust, als blossesSkelett zu behandeln. Er versah sie vielmehr entweder mit einermehr oder weniger vollständigen Bauchwand (5, 8, 9, 10, 14, 15,

24, 26, 27, 28, 33, 40) oder liess doch

Eingeweide vor

der

) Vollständig frei liegt die Lendenwirbelsäule nur beim ersten Toten da; bei den übrigensind im Anschluss an die letztere noch einige Seitenteile der Bauchwand gezeichnet.