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bei genauer Vergleichung der Originale des Alphabets und derLöDELSchen Nachschnitte wird man finden, dass, während in denersteren allenfalls an zwei Totengestalten (C, M) ein Augapfel wirklichangedeutet ist, dies bei Lödel recht häufig und mit viel grössererDeutlichkeit wiederkehrt (besonders in A, D, E, M, O, S)*). Mussman daher annehmen, dass ein so trefflicher Formschneider unseresJahrhunderts, wie es Lödel nach verschiedenen massgebenden Urteilenwar (Woltmann, No. 78, I, S. 280, Ellisskn, No. 40, Vorwort, S. 9),derartige missverständliche Korrekturen offenbar unbewusst vornahm,so mochte auch Holbeins berühmter Formschneider Lützelburger,dem anatomische Kenntnisse erst recht fehlen mussten, die Holbein-schen Vorzeichnungen in ähnlicher Weise missverstanden und so diebezeichneten ungeschickten Ergänzungen der Augen in den Original-ausgaben des Alphabets und des grossen Totentanzes verschuldethaben. Dafür spricht der Umstand, dass Lützelburger , abgesehenvon gewissen noch zu erwähnenden Inkorrektheiten, die besprocheneAndeutung der Augen auch in dem am Boden liegenden Schädelin R des Alphabets anbrachte und in L den Jochbogen des Totenbis an die Stirn hin aufrückte, — Fehler, die bei Holbein selbstganz undenkbar wären. Daher wird man nicht umhin können, dieaufgeführten Verzeichnungen in der Schädelbildung der HoLBEiNschenToten nicht dem Meister, sondern seinem Formschneider zuzuschreiben.Beinahe ebenso wichtig für das Mienenspiel wie der Gesamt-apparat des Sehorgans ist der Mund mit den ihn umgebendenWeichteilen; und doch hat es Holbein verstanden, den lippen- undwangenlosen Schädeln den Schein des Lebens, das gerade in diesenWeichteilen zum Ausdruck kommt, wiederzugeben. Den Mund ver-tritt am Schädel der ganze Zwischenraum zwischen den Kiefern;und da diese Spalte viel ausgedehnter ist als der wirkliche Mund,so erinnert sie an den möglichst breit gezogenen, also grinsendenMund. Der „grinsende Schädel" ist daher ein ganz gewöhnlicherAusdruck. Aber wenn man auch davon absieht, dass das Grinsendes Schädels kein vorübergehender Bewegungsaffekt wie beim Leben-den, sondern ein starrer, bei allen Schädeln gleichmässig bestehenderZustand ist, so fallen noch ganz andere Umstände ins Gewicht. DerMund zieht sich beim Grinsen und noch mehr beim richtigen Lachen
*) Noch auffälliger ist dieselbe missverständliche Abänderung in den besten Nachzeichnungendes grossen Totentanzes, nämlich in den ScHLOTiiiAUERschen Lithographien.