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Der grosse Totentanz Holbeins schliesst sich, wie schon mehr-fach ausgesprochen wurde, eng an das Alphabet an: er ist nur eineweitere und reifere Ausführung dessen, was in dem letzteren teil-weise , mit unvollkommenen Mitteln und daher in beschränktenGrenzen erreicht war. Naturgemäss bezog sich denn auch dieErörterung über Holbeins Totentanz immer wesentlich auf die letztegrössere Bilderreihe, weshalb ich eine eingehende Kritik dieser Er-örterungen bis zu dem vorliegenden Abschnitt hinausschob, obgleichsie schon bei früheren Gelegenheiten hätten erwähnt werden können.
Die Frage, von deren Beantwortung das ganze Urteil über11( ii. Heins Totentanz abhängt, ist recht einfach: was hat er eigentlichim ganzen dargestellt? — Diese Frage ist allerdings bisher über-haupt nicht gestellt worden, weil man allgemein davon ausging, wasals selbstverständlich galt, dass Holbeins Werk wirklich ein Toten-tanz oder, wie es seit Wackernagel heisst, eine Serie von Todes-bildern sei; und im Zusammenhange damit fehlt auch jede nähereAuslassung darüber, was man sich etwa unter den TotengestaltenHolbeins zu denken habe, nur Tote wie in den mittelalterlichenTotentänzen oder den Tod selbst. Damit berühre ich einen derwichtigsten Punkte der ganzen Untersuchung, der denn auch vorallen anderen erledigt werden soll.
XV.
DIE TOTENGESTALTEN HOLBEINS.
N keiner Beziehung ist Holbein so missverstandenworden wie hinsichtlich der Bildung seiner Toten-gestalten; und die Gründe dafür sind auch leichtersichtlich: es war teils die Unkenntnis der Anatomiedes Menschen auf seiten der Erforscher des Toten-tanzes , teils das von sachverständiger Seite ausgehende Urteil, dassHolbeins Totengestalten ganz unrichtige Skelettbilder seien (Choulant,No. 7, Davidson, No. 14).
„Neu und eigen ist endlich auch (doch kann man fragen, obauch dies gerade eine Besserung sei), dass hier der Tod mit seltenen