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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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Reproduktionen haben; Hirths Faksimile enthält dafür ausser denBildern den ganzen Originaltext, namentlich die Unter- und Über-schriften , von denen noch die Rede sein wird. Die Schlotthauer-schen Lithographien stehen übrigens in Schärfe und Sauberkeit derWiedergabe dem HiRTHschen Faksimile keineswegs nach und über-treffen es sogar an manchen Stellen. Kleine Mängel der Zeichnungund des Druckes kommen übrigens in allen drei Ausgaben vor*);sie sind aber teilweise so minutiös, dass sie nur mit der Lupe fest-gestellt werden konnten. Dennoch hat sich eine solche genaueKollationierung, namentlich in einer Richtung, in Bezug auf die Toten-gestalten gelohnt; denn nur dadurch wurde ich auf gewisse Dingean diesen aufmerksam, die für die Auffassung dieser Gestalten vongrosser Bedeutung sind.

Die Tafeln unseres Buchs enthalten neue Lichtdruckkopien vondem Berliner Probedruck (No. i 26, 2839, 48, 49) und denLyoner Ausgaben (No. 27, 4047). Die Numerierung 147richtet sich nach den vollständigen Ausgaben von 15451554,worauf, nach Auslassung der Kindergruppen, als No. 48 und 49das Jüngste Gericht und das Wappen des Todes folgen. Die jungenGatten gehören aus später zu erörternden Gründen eigentlich nichtin den Cyklus und sind daher nach dem Schluss des letzteren blossanhangsweise hinzugefügt.

Von allen älteren Nachbildungen der Originalausgaben sind diefrühesten, z. B. die Venediger Nachschnitte, auch die besten; daraufsanken sie je später, desto mehr von der Kunsthöhe Hoi ni.ixs hinabund lebten nur noch von der Volkstümlichkeit des Gegenstandes,die ja schon die ältesten Totentanzgemälde hervorgerufen hatte.Erst als der Sinn dafür im Volksbewusstsein erstarb, erwachte inunserem Jahrhundert das wissenschaftliche Interesse an den Toten-tänzen und das ästhetische an dem echten Meisterwerke Holheins,womit ereinem Gegenstande, der seit Jahrhunderten die Phantasiedes Volkes beschäftigte, das schönste und abschliessende Geprägegegeben hat" (Woltmann).

') Selbst in den verschiedenen Exemplaren der lithographischen Ausgabe habe ich merk-würdige Abweichungen beziehungsweise spätere Korrekturen feststellen können. So ist /. B. dieAugenhöhle des Toten beim Arzte in einem Abdruck gleichmässig schraffiert wie im Original, ineinem anderen Abdruck dagegen schwarz mit einem scharfen weissen Ring u. s. w.

Goette. Holbeins Totentanz n. seine Vorbilder.