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nur sehr dürftig angedeutet ist, endlich durch den Text*) mit denBuchausgaben der Danse macabre überein. Dies illustriert ganzbesonders deutlich den obengeschilderten Einfluss der Druckwerke:der Basler Gedanke musste erst in die französischen Totentänzeübergehen, um auf diesem Umwege in Bern wieder aufzutauchen.
Von weiteren Entlehnungen scheinen mir zwei Motive besondersbezeichnend, die mit Schwären bedeckten blossen Beine des Bett-lers und im Bilde des Bauern das Trommeln des Toten auf einemHolzgeschirr; beides ist unverkennbar dem Krüppel und dem Totendes Kaufmanns in den Heidelberger Holzschnitten entnommen. End-lich ist das Schlussbild mit dem Prediger und einer Darstellungdes Todes, der mit Sense und Pfeilen alt und jung niederstreckt,während im Hintergrunde von einem durch die Axt angehauenenBaume Menschen herabfallen, nach Wackernagel (S. 360) auf ver-schiedene Stellen der Bibel, der Danse macabre und des Dotendantz,nach Vögelin (No. i, S. 88) auf die Holzschnitte eines alten Drucks„Die Klagen gegen den Tod" zurückzuführen. Diesem Druck scheintaber nach anderen Angaben das Bild des gefällten Baumes zu fehlen;dagegen kommt es nicht selten in Handschriften des 15. Jahrhunderts(Frimmel) und der mähende und schiessende Tod in den verbreitetenfranzösischen Gebetbüchern jener Zeit vor. Wahrscheinlich benutzteaber Manuel eine andere Quelle, die beides vereinigte und sich ihmam bequemsten darbot: Geii.ers Sermones vom Jahre 1514**).
Die vollständige Trennung der Geistlichen und Weltlichen inzwei gesonderte Reihen wird Manuel der sogenannten ersten Aus-gabe des „Dotentantz" entnommen haben (Vögelin); denn in derzweiten Ausgabe, die ich einsah und die auch Kastner benutzte, istjene Ordnung aufgegeben.
Der Berner Totentanz gliederte sich in einen einleitenden Ab-schnitt von vier Bildern (Austreibung aus dem Paradies, Moses em-pfängt die Gesetzestafeln, Christus am Kreuz, die musizierenden Toten),dann den eigentlichen Totentanz und das ebenbesprochene Schluss-bild (Prediger und Tod). Ich brauche nicht darauf zurückzukommen,wie passend die Totenmusik am Beinhaus den Totentanz einleitet;
*) Es ist auch in Bern die Reminiscenz an die drei Lebenden und drei Toten nicht zuverkennen (vgl. S. 49).
**) Wackernagel nennt nur die Ausgaben von 1519 und 1521, Woltmann nur die letztere,die Manuel jedoch schwerlich noch benutzt haben kann.