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Benutzung zu häufigeren und genaueren Entlehnungen Veranlassungboten. Deshalb finden sich auch in dem von Manuel selbst ver-fassten Text des Berner Gemäldes viel häufiger Anklänge an dendurch Drucke und Abschriften verbreiteten oberdeutschen Text(S. 136) als Anlehnungen an das Basler Gemälde.
So kann es nicht wunder nehmen, dass Manuel eigentlich nureine Gestalt aus Basel übernahm, den schon besprochenen Koch.Umfassender sind seine Nachahmungen der Danse macabre. Un-mittelbar und ausschliesslich auf sie zurückzuführen ist der Säulen-gang, der sich hinter den Personen des Berner Totentanzes hinzieht,so dass immer zwei Paare zwischen zwei Säulen sichtbar werden;ebenso die Ausstattung des Kaisers mit Schwert und Reichsapfel,welche Insignien den originalen deutschen Totentänzen merkwürdiger-weise fehlen und nur in Paris, Lübeck und Reval vorkommen,endlich der zuerst in der Danse macabre aufgeführte Astrolog(Maistre, Astrologien). Denselben Ursprung haben die vier musi-zierenden Toten am Eingange — der erste mit dem Dudelsack —und der das Uringlas prüfende Arzt. Diese Figuren sind freilichauch in Basel und den deutschen Holzschnitten vorhanden, jedochmit einem bemerkenswerten Unterschied. Es ist gewiss von keinemBelang, ob der Arzt sein Glas in der Hand hält (M 2 ) oder zu Bodenfallen lässt (H a , Gr.-B.), denn in beiden Fällen bleibt es dasselbeim Text angedeutete Attribut des Arztes. In der Danse macabreund in Bern spielt es dagegen eine andere Rolle: indem der Arztaufmerksam den Inhalt des Glases prüft, zeigt er sich in seinemBeruf beschäftigt, wobei ihn der unheimliche Besucher überrascht(Fig. 5 u. 80). Damit wird die alte Auffassung verlassen, dass dieeinzelnen Paare nur mit ihren Wechselreden beschäftigt am Zuschauervorüberziehen; die Illustration beginnt selbständig zu werden. Des-halb ist die französische Darstellung des Arztes ganz besonderscharakteristisch und eben deshalb ganz sicher, dass Manuel diesemVorbilde folgte und nicht etwa bloss das Basler Bild abänderte.
Etwas anders verhält es sich mit den musizierenden Toten.Unzweifelhaft stammt der allgemeine Gedanke dieser Einleitung desTotentanzes von Basel her; aber ebenso sicher stimmt die Aus-führung dieses Gedankens in Bern, durch die Vierzahl der Toten,von denen der erste den Dudelsack bläst, und durch den Mangeldes Beinhauses, das durch die im Säulengang angehäuften Schädel