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Der einzig sichere Ausgangspunkt der Diskussion bleibt die That-sache, dass unser Toter in Klingenthal ursprünglich in der Vorder-ansicht gemalt war. Nach Burckhardt musste also der GrossbaslerTote bis i ,568 ebenso beschaffen gewesen sein, folglich Klauberihn nicht bloss ausgebessert sondern Rumpf, Kopf und Beine, unddaher im Grunde «benommen die ranze Fkair in durchaus veränderterHaltung neu gemalt haben. Dennoch sind alle ihre Neuerungenund unverkennbaren Mängel nur verständlich aus dem engen An-schluss an die uns bloss aus Klingenthal bekannte Gestalt mit demfalschen Rücken, den Klauber aber weder in Gross-Basel vorfand,noch in Klingenthal kopiert haben kann, da das dortige Gemäldedamals bereits verschollen war.
Wenn man daher jenen offenbaren Zusammenhang beiderFiguren nicht durch einen wunderbaren Zufall erklären will, so er-scheint die vermeintliche Schöpfung der Grossbasler Totengestaltdurch Klauber geradezu unmöglich, wie sie denn auch bloss durcheine Hypothese gefordert wird, die weder nötig, noch wahrscheinlichund daher aufzugeben ist. Aus der allgemeinen Übereinstimmungbeider Gestalten wird man vielmehr notwendig auf irgend eine Ent-lehnung schliessen müssen; und auf Grund ihrer genau auseinander-gesetzten Beziehungen bleibt eben nur noch eine Annahme möglich:der Grossbasler Maler kopierte, wie es aus meiner Darstellung ohne-hin deutlich hervorgeht, die falsch ergänzte Kleinbasier Figur, indemer einige der auffälligsten Fehler verbesserte — und der uns be-kannte Thatbestand ist gegeben.
Genau dasselbe lässt sich aus zahlreichen ähnlichen, nur wenigerprägnanten Fällen entnehmen, von denen ich namentlich die schonerläuterten Verzeichnungen und Korrekturen auf den Bildern desRitters (Fig. 36, 37) und des Narren (Fig. 40, 41) erwähne, wo derGrossbasler Maler die durch Ausbesserungen entstandenen falschenÜberschneidungen des Klingenthaler Gemäldes beibehielt und durchumfängliche Änderungen an der ganzen Figur mit dieser in Einklangzu bringen suchte (S. 80). Überall ist nur die Annahme, dass Klein-Basel die Vorlagen für den Grossbasler Maler lieferte, imstande, denWiderspruch zu lösen. Daneben beweist die ganze künstlerischeAuffassung des Grossbasler Gemäldes, die ja schon Wackernageltrefflich erläuterte, seine spätere Entstehung gegenüber dem Klein-basler Gemälde. Ich komme daher, auch auf früheres zurückgreifend,