Druckschrift 
Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
Seite
143
Einzelbild herunterladen
 

143

Fig. 75- Herzog aus dem Klingcnthalerrotentanz, nach Büchel.

also nicht so widersinnig wie derKleinbasier, aber immerhin gezwungen,unnatürlich*). Dies lässt sich aberkeineswegs ebenso wie in Klein-Baseldurch eine falsche Übermalung einerursprünglichen Bauchseite erklären;denn wenn man sich eine solche anStelle des Rückens ausgeführt denkt,so bliebe immer noch eine Hand falschund namentlich der Kopf in seinerunnatürlichen Haltung, während dieBeine und Füsse allerdings auch zudieser Abänderung passen würden.Nur ist es wegen ihres grossen Ab-standes in der Tiefenrichtung aus-geschlossen, dass an ihnen Rechtsund Links jemals im Sinne von Klein-Basel umgekehrt war und durch Über-malung verwechselt wurde. Mit einem Wort, der Grossbasler Totekann seine uns allein bekannte Gestalt nicht durch einzelne Über-malungen und Korrekturen, sondern nur durch eine einheitlicheMalerei des Ganzen erhalten haben, wobei die Rückenansicht und dieallgemeinen Umrisse der Klingen-thaler Figur das Massgebendewaren, und die erzwungenen An-passungen daran eben die un-geschickte Ausführung (Kopf-haltung, linke Hand und Gewand)bedingten.

Wie stimmt nun damit dieAnnahme Burckhardts , dass diebeiden Basler Gemälde anfangsganz gleich und das Grossbaslerzwar die Vorlage des anderen war?

*) üerian hat die Figur dadurch zu ver-bessern gesucht, dass er den Ansatz der Beine unddaher auch die Füsse änderte. Die übrigen Un-geschicklichkeiten blieben aber und lassen nochimmer die Intentionen des eisten Malers erkennen.

Fig. 76. Herzog aus dem GrossbaslerTotentanz, nach Buch e 1