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ein blosser „Erneuerer" gewesen, wie es in der Inschrift am Schlussdes Gemäldes heisst, oder ein „Restaurator", wie ihn Burckhardtselbst gelegentlich bezeichnet, dessen prahlerisches Bildnis nach denspäteren Übermalungen nicht ohne Grund beseitigt werden konnte(Burckhardt, S. 63), sondern in der That ein „Schöpfer desneuen Ganzen".
Die bezeichneten Änderungen hielten sich jedoch innerhalb be-stimmter äusserer Grenzen, indem der Grossbasler Maler, der sichuns gleich als der Kopist erweisen wird, diese seine Eigenschaftschon in der Treue verrät, mit der er an den Grundzügen seinerVorbilder, an der ganzen Situation, meist auch an der Stellung unddem Gebaren der Figuren festhält, und die Neuerungen nur inner-halb dieses Rahmens anbringt. Dies hinderte ihn natürlich nicht,wo eine besondere Veranlassung dazu vorlag, das Vorbild durcheine ganz neue Zeichnung zu ersetzen, wobei diese neuerfundenenFiguren, da der Zwang der Kopie fehlte, sich durch Freiheit undSchönheit der Auffassung auszeichnen. Die Figuren der Königin,der Herzogin, Fürsprech und Krämer mögen durch die Wünscheder Besteller veranlasst sein; der Kaufmann (Pfeifer?), Herold, Schult-heiss, Vogt, Jude, Heide, Heidin, Koch und Bauer*) sind aber un-zweifelhaft in neuer Gestalt wiedergegeben, weil die Vorbilder zuwenig zufriedenstellend waren, wie es schon Buchet, andeutete. Ähn-lich ging es mit den Toten, die im allgemeinen die Schicksale ihrerPartner teilten, d. h. gleich diesen kopiert oder neu erfunden wurden;ausgenommen sind nur die selbständig abgeänderten Toten der Äb-tissin, des Pfeifers, des Narren und des Blinden, ob auch des Wald-bruders , bleibt wegen der eingreifenden Beschädigung der Klingen-thaler Totengestalt fraglich. Es ist nun nicht ohne Interesse, zusehen, dass von allen diesen neuen Gestalten, namentlich wenn manvon den ganz neueingeführten Ständen absieht (Königin, Herzogin,Fürsprech, Krämer), weitaus die Mehrzahl (achtzehn gegen vier)**)auf die kleinere zweite Abteilung der ganzen Reihe, nämlich die
') Herold und Bauer von Klein-Basel sind uns infolge frühzeitiger Zerstörung nicht bekannt.Doch lassen die kümmerlichen Spuren des Herolds und der Tote des Bauern vermuten, dass dieentsprechenden Bilder in Gross-Basel neu erfunden waren.
Diese 18 Figuren sind: Herold, Schultheiss, Vogt, Blinder, Jude, Heide, Heidin, Koch,Bauer (?), dann die Toten beim Herold, Schultheiss, Vogt, Narren, Blinden, Juden, Heiden, Koch,Bauer. Die vier anderen Figuren sind: der Kaufmann (Pfeifer ?) und die Toten des Kaufmanns,der Äbtissin und des Pfeifers.