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Auffrischung des gemalten Textes die Sprache seiner Zeit gebrauchte,nicht aber, dass der abgeänderte Inhalt in allen Stücken sein Werkwar. Unter allen Umständen lässt sich aus den angeführten That-sachen feststellen, dass die Abänderung des alten Klingenthaler Textesin Gross-Basel und eine Nachahmung des Berner Textes durchKlauber keineswegs auch nur in der Mehrzahl der Stellen zu-sammenfallen.
Fassen wir die Ergebnisse unserer Untersuchung zusammen, solassen sich als sicher von Klaueer stammende und vollständig neueBilder des Grossbasler Totentanzes nur der Prediger, die Muttermit ihrem Kinde und der Maler bezeichnen; die Umwandlung desPatriarchen und des Erzbischofs in Kardinal und Bischof, sowie dieVerbesserung am Skelett des Arztes waren geringfügige Abänderungendesselben Künstlers. Burckhardt führte aber noch die Figuren derKönigin, der Herzogin, des Ratsherrn, Krämers, Kochs und der vierToten auf Klauber zurück und blieb nicht einmal dabei stehen; son-dern, nachdem er dies begründet zu haben glaubte, erklärte er ohneweiteres alle Abweichungen des Grossbasler Gemäldes vom Klingen-thaler — natürlich mit Ausnahme der Veränderungen nach i 568 —also „alle Kennzeichen, womit man sonst die spätere Entstehung deseinen Bildes (Gross-Basel) begründete", für das Werk Klaubers(No. 4, S. 85 ff.). Nach Burckhardt stimmten aber beide BaslerGemälde ursprünglich vollkommen überein, und die bisher allgemeinangenommene Priorität des Klingenthaler Gemäldes sei folglich ganzunerwiesen.
Dies ist das Fundament, worauf Burckhardt seine letzten Schlüsseaufbaut, indem er gewisse Stellen des Textes in seinem Sinn inter-pretiert. Er findet nämlich, dass vor allem die Verse der Begineund des Beinhauses, die freilich nur von Klingenthal her bekanntsind, für dieses Frauenkloster nicht passten, also auch dort nichtentstanden oder zuerst niedergeschrieben sein konnten*); deshalb seies wahrscheinlicher, dass sie 1439 in Gross-Basel entstanden unddann auch in demselben Jahr und durch denselben Maler nachKlingenthal übertragen wurden, wo sie zufällig erhalten blieben,während sie in Gross-Basel durch Klauber abgeändert wurden.
*) Bei der Begine wird auf den Selbstmord einer solchen angespielt, und der am Beinhauseangebrachte Kirchhofsvers: die Herren liegen bei den Knechten u. s. w. — hatte keinen Sinnauf dein für die Klosterfrauen reservierten Kirchhof.