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und da seine Zeichner bis auf eine Ausnahme (Bild des Kriegersvom Formschneider G S) kein Skelett gezeichnet haben, wenn esin der Vorlage fehlte, so ist es sehr unwahrscheinlich, dass geradeder ungeschicktere Zeichner HJW oder HW in der von ihm her-rührenden Gruppe des Malers gleich drei Skelette an die Stelle vonfleischigen Toten gesetzt haben sollte. Ich halte es daher für sicher,dass er diese Gestalten nicht willkürlich abänderte wie Merian,sondern sich in der Hauptsache an sein Vorbild hielt; d. h. Klauberhat in den einzigen Bildern, die ihm ganz bestimmt zugeschriebenwerden müssen, die Toten als vollständige Skelette gemalt. Damitist aber nicht in Einklang zu bringen, dass derselbe Klauber ananderen Stellen neue Totenfiguren in der allgemeinen Haltung nachHolbein und in der Ausführung nach dem sonstigen GrossbaslerMuster, d. h. als fleischige Körper, gemalt hätte.
Alle solche Bedenken fallen fort, sobald umgekehrt angenommenwird, dass Holbein zunächst den besprochenen Toten des Kochsschon im Anfang des 16. Jahrhunderts im Grossbasler Gemäldevorfand und für sein Bild des Abtes benutzte. Einmal war ja derGrossbasler Totentanz das natürliche Vorbild für die gleichenArbeiten Holbeins ; dann ist es selbstverständlich, dass Holbein dieentlehnten Motive frei verarbeitete und ihre Mängel verbesserte, wiees für den Toten des Kochs zutrifft. Es sprechen also alle That-sachen für diese Annahme; für das Gegenteil ist aber bisher nichtsvorgebracht worden als die blosse Behauptung Burckhardts.
In ähnlicher Weise erledigt sich die Frage nach der Herkunftder beiden anderen Totengestalten. Der auf der Laterne trommelndeTote des Waldbruders ist unzweifelhaft eine Nachahmung des Totenbeim Kaufmann in den Holzschnitten H 3 (Fig. 47); denn in beidenFällen benutzte der Tote zum Trommeln ein dem Lebenden ge-höriges Geschirr, dort die Laterne, die sogar im Text erwähnt ist,hier eine Art von kleinem hölzernen Kübel *). In der Ausführung des
VÖGELIN ist hinsichtlich der drei Totengestalten ganz Burckhardts Ansicht; insbesondereder auf der Laterne trommelnde Tote in Gross-Basel setze ein Vorbild mit einer wirklichen Trommelvoraus, wie es gerade Holbein darbiete (No. 71, S. 54). Wie unsicher dieser Schluss ist, sehenwir aus den Heidelberger Holzschnitten. Dort hat sich der Totenkopf, den der Tote des Papstesschon in Klein-Basel als Trommel benutzt, in zwei wirkliche „Pauken" verwandelt, sowie dererwähnte Kübel von H 2 in Metniz durch eine wirkliche Trommel ersetzt ist (S. 110). Beide Fällebeweisen also gerade das Gegenteil von Vögelins Voraussetzung: die Trommel war nicht das un-mittelbare Vorbild eines anderen, ähnlich benutzten Gegenstandes, sondern sie entstand umgekehrterst aus dem letzteren. Die Analogie spricht also gegen Vögelin.
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