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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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durchweg fehlen. Endlich lässt der Grossbasler Meister seinenToten bloss mit den Zehen auftreten, wie in zahlreichen anderenBildern (Kaiser, Kaiserin, König, Königin, Kardinal, Herzog, Graf,Abt, Ritter, Jurist, Edelfrau vgl. Fig. 37, 39, 43, 64, 66, 68):eine unkünstlerische Stellung, die Holbein natürlich durchweg ver-mieden hat. War nun die HoLBEiNsche Gestalt das Original, so hatKlauber nur ihre allgemeine Haltung, den springenden und den Kochnach sich ziehenden Toten, in sein Bild übernommen, dagegen diebezeichnenden Eigentümlichkeiten Holbeins fortgelassen und dafürdiejenigen der anderen Totenfiguren Gross - Basels, namentlich ihreunkünstlerische Zehenstellung, adoptiert. Dies ist allerdings möglich,aber unwahrscheinlich. Denn Klauber konnte doch nur von demWunsch geleitet sein, die HoLBEiNsche Figur als eine bessere andie Stelle der alten zu setzen; warum verschlechterte er sie trotz-dem , nicht durch Ungeschicklichkeit im Zeichnen, sondern durchden bewussten Anschluss an die übrigen Grossbasler Totengestalten?Warum beschränkte er solche Kopien nach Holbein, die für einenAusbesserer überhaupt nicht nötig waren, auf die drei Toten*) underschwerte sich noch dazu die Arbeit durch die an sich nachteiligeKombination zweier Typen?

Dies sind aber nicht die einzigen Bedenken gegen die Burck-HARPTsche Annahme; es liegt uns ein positives Merkmal gegen dieAutorschaft Klaubers an jenen Totengestalten vor. Die einzigen ihmsicher zuzuschreibenden Scenen des eigentlichen Totentanzes sind dieMutter mit dem Kinde und der Maler. Kopien davon existieren nurbei Fröhlich und Merian, beziehungsweise Chovin, nicht bei Büchel,da sie inzwischen zerstört waren (s. S. 114). Merian zeichnet dieToten auf diesen zwei Bildern ebenso wie sonst auch, nämlich sehrungenau nach einem von ihm erfundenen Typus, wie unter anderemgerade der vom Original (beziehungsweise Büchel) ganz abweichendeTote des Kochs beweist (s. S. 120, Fig. 52, 53). Bei Merian kannman also nicht erfahren, wie Klauber seine selbständigen Toten-gestalten eigentlich gezeichnet hatte. Fröhlich zeigt uns die frag-lichen Gestalten als vollständige und annähernd richtige Skelette**);

Xach BURCKHARDT soll auch der Grossbasler Krämer von Holbein stammen, aber nurdem Sinn nach, nicht als Kopie, wovon hier allein die Rede ist.

Infolge der Vereinigung beider Gruppen, des Malers und der Krau mit dem Kinde, ineinem Bilde sind bei Fröhlich die beiden Toten des Malers leider etwas verdeckt.