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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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Dagegen sind die Gründe, die Burckhardt für eine nachträg-liche Korrektur an Kardinal und Bischof durch Klauber geltendmachte (No. 4, S. 80, 81), durchaus stichhaltig. Sie sind nämlichtreue Abbilder nicht der gleichnamigen, sondern derjenigen Klingen-thaler Figuren, die in der Reihe denselben Platz einnehmen, nämlichdes Patriarchen und des Erzbischofs (s. Tabelle IV). Es ist dahersehr wahrscheinlich, dass sie ursprünglich ebenfalls einen Patriarchenund einen Erzbischof darstellten und erst später, bloss durch eineAbänderung der Attribute in den Kardinal und den Bischof ver-wandelt wurden. Auch ist der Beweggrund für eine solche Ände-rung leicht zu verstehen. In Gross-Basel wurden der Kardinal undder Bischof der Klingenthaler Reihe, die Hintermänner des Königsund des Herzogs, durch die Königin und die Herzogin ersetzt, sodass gerade diese beiden in allen Totentänzen vorhandenen Ver-treter der höheren Geistlichkeit anfangs fehlten und nur der Pa-triarch und der Erzbischof zurückblieben; diese waren aber offenbarleichter zu vermissen als die ersteren, wie das Lübecker Gemälde,derDotendantz", der Berner und der HoLBEiNsche Totentanz lehren,und wurden daher in den Kardinal und Bischof verwandelt. Dieswird auch durch den Text bestätigt, der in den zwei letzten Zeilendes Kardinals mit dem Berner Text übereinstimmt, wo dieselbenZeilen aber nach dem ganzen Gedankengang ursprünglicher zusein scheinen, so dass eine Entlehnung durch Klauber wahrschein-lich wird.

Burckhardt hat aber weiter angenommen, dass auch die Königinund die Herzogin nicht von Anfang an in Gross-Basel existierten,sondern ebenfals erst von Klauber an die Stelle des ursprünglichenKardinals und des Bischofs eingefügt wurden, denn der Tote derHerzogin habe dieselbe Haltung wie der Tote des Bischofs in Klein-Basel, der in der Reihe denselben Platz einnimmt; folglich habeauch in Gross-Basel ursprünglich an Stelle der Herzogin der Bischofund nach Analogie an Stelle der Königin der Kardinal gestanden.Burckhardt übersieht jedoch den wesentlichen Unterschied in bei-den Fällen. Bezüglich der beiden Geistlichen wurde die Verwand-hing des zuerst dargestellten Standes durchaus glaublich an den be-treffenden Figuren selbst, nämlich dadurch festgestellt, dass sie bisauf die Attribute ihre erste Bildung unverändert behielten. Imzweiten Fall kann aber doch bloss die entfernte Ähnlichkeit der