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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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wiederholte; denn solche Pietät war damals unbekannt, als noch allemenschlichen Figuren, falls sie nicht genaue Kopien sein sollten,in dem zur Zeit ihrer Entstehung herrschenden Kostüm gemaltwurden. Die Tracht des Grossbasler Kochs gehört aber nach-weislich dem 15. Jahrhundert an, sowie er sich in seiner ganzenAuffassung dem übrigen Gemälde anschliesst; und daher bleibeich bei der alten Ansicht, dass er so, wie wir ihn kennen, von demersten Maler des Grossbasler Totentanzes geschaffen wurde unddass Manuel dessen Haltung und Figur für sein Gemälde adoptierte,aber wie üblich mit der Tracht seiner eigenen Zeit ausstattete.

Nach den völlig glaubhaften Angaben von Zeitgenossen Klaubers(No. 4, S. 75) und von Merian (Vorrede von 1649) ist das ein-leitende Bild des Predigers und seiner Zuhörer von Klauber gemalt.Dies wird freilich von Wackernagel und Burckhardt-Biedermann soaufgefasst, dass dieses Predigerbild eigentlich von Anfang an be-standen und Klauber nur das Bildnis Ocolampads (s. u.) eingefügthabe. Ein bestimmter Grund wird dafür nicht angegeben, dürfteaber darin zu suchen sein, dass man den einleitenden Prediger füreine typische Figur aller Totentänze hielt. Nachdem es sich abererwiesen hat, dass sie in dem Klingenthaler Totentanz und seinemnoch viel älteren Text überhaupt gefehlt hat (S. 71, 93), in dieHandschriften und Blockbücher aber erst nachträglich und direkt ausfranzösischen Quellen aufgenommen wurde (S. 106), kann das Vor-kommen des Predigers in dem ursprünglichen Grossbasler Gemäldenicht mehr als ein selbstverständliches gelten. Damit entfällt jederGrund, daran zu zweifeln, dass die angeführten Zeugnisse wörtlichzu nehmen seien, dass also Klauber, weil an der Gemäldewand desPredigerklostersnoch mehr Platz übrig war", auf obrigkeitlichenBefehl und zum Gedächtnis an die Reformation den Ocolampad malte,wie er allen Ständen das heilige Evangelium prediget" (Merian).Insofern die Malerei sich an das Blockbuch M 2 anlehnt, könnte sieauch von dem ersten Maler des ganzen Totentanzes stammen;schwerlich hätte aber dieser die blosse Einleitung zum Totentanzemit dessen wirklichem Anfange, dem Beinhause, zu einem Bildevereinigt, wie es thatsächlich geschah, und so die Bedeutung beiderverwischt. Dies bestätigt vielmehr nachdrücklich die UrheberschaftKlaubers, der, wie wir an der Vereinigung von Mutter und Kindsahen, weder Sinn noch Pietät für die Überlieferung hatte.