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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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begleitenden Toten in No. 5 und 9 von Klein- und Gross-Baselkeineswegs beweisen, dass auch deren Partner ursprünglich gleich,d. h. auch in Gross-Basel der Kardinal und der Bischof waren.Auch das von Burckhardt vorgebrachte Motiv für die angeblich vonKlauber vorgenommene Änderung, nämlich eine Nachahmung Hol-beins, ist nicht überzeugend. Dies kann wohl für den ersten Malereines Bildes bestimmend sein, der seine Wahl nach freiem Ermessentrifft, aber nicht für einen Ausbesserer, der doch nicht ohne Notzwei ganz neue Figuren malt, es sei denn, dass, wie bei den zweiletzten Bildern (Maler und Familie) die Eitelkeit, sich selbst einDenkmal zu setzen, ihn dazu veranlasste.

Die endgiltige Entscheidung geben aber natürlich die Bilderselbst. Burckhardt traut dem Klauber, obgleich er ihn für denUrheber beider Frauenbilder hält, doch nicht die Kunst zu, sie sogeschaffen zu haben, wie sie uns überliefert sind; da muss wiedereine verbessernde spätere Übermalung nachgeholfen haben. Und imZusammenhange damit scheint ihm auch das angeblich italienischeKostüm beider Figuren der Zeit der zweiten Ausbesserung desGemäldes im Jahre 1616 anzugehören. Nun wurde aber schongezeigt (s. S. 119), dass Merian seine Kopie vor dieser Übermalung,also nach dem von Klauber restaurierten Gemälde von 1568, an-fertigte; und dennoch zeigen Merians Kupfer Königin und Herzoginin demselben Kostüm. Ihre Bilder müssen also, wenn sie Klaubernicht zuzutrauen sind, schon früher, also gleich bei der Entstehungdes ganzen Gemäldes, in dem uns bekannten Zustande gemalt sein.Auch weiss jeder, der sich auch nur ein wenig in der Trachten-kunde umgesehen hat, dass der weite Halsausschnitt und der freieFaltenwurf des um die Brust eng anliegenden, aber in der Taillenicht abgesetzten Kleides, was wir eben in jenen Figuren sehen,dem 15. und allenfalls dem Anfang des 16. Jahrhunderts angehören,1568 und gar 1616 aber schon längst verschwunden waren und densteifen Röcken mit gesondertem Mieder und hohem Kragen Platzgemacht hatten. Schon die Berner Bilder (151 51 520) der Kaiserin,der Königin und anderer Frauen zeigen, dass damals das vom Rockgetrennte Mieder aufgekommen war, während der Halsausschnittnoch bestand; und in der Zeichnung zur Dolchscheide (1520)hat Holbein das Kostüm der Basler Königin ebenfalls mit einemsolchen Mieder in Verbindung gebracht, von seinen eigentlichen