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teilweise sehr viel schlechteren Figuren desselben Gemäldes un-bedenklich einem und demselben Maler zuschreibt. Überhaupt darfaber in unserem Fall nicht die ästhetische Abschätzung einer Figurden Ausschlag geben, sondern nur die Untersuchung, ob sie dembesonderen Charakter der ganzen Malerei entspricht. Und für denGrossbasler Koch ist dies, wie ich finde, durchaus zu bejahen.Seine Verschiedenheit von dem Koch in Klein-Basel ist dieselbe, wiebei den übrigen Ständen, z. B. wie bei den beiderseitigen Dar-stellungen der daneben stehenden Heidin (Fig. 73, 74): in beidenFällen ist der Fortschritt der Zeichnung in Gross-Basel der gleichewie in der ganzen Reihe, indem die Auffassung lebendiger, dieHaltung freier geworden ist. So ist auch beim Koch an Stelle desfesten Stehens (Klein-Basel) eine gewissermassen tänzelnde Bewegunggetreten (Gross-Basel), indem er den Boden nur mit der Fussspitzeberührt, — eine Stellung, die für den Grossbasler Maler sehrbezeichnend ist.
Geht man nun ohne die erwähnten Vorurteile an den sachlichenVergleich der Figur des Kochs in Gross-Basel und Bern, so ist vorallem zu betonen, dass die Ähnlichkeit beider sich nur auf die ganzeHaltung beschränkt und dass gerade die eben genannte, für Gross-Basel charakteristische tänzelnde Stellung in Bern ausser beim Kochbei keinem Lebenden wieder vorkommt. Dies spricht schon fürdie Priorität Gross - Basels. Dazu kommt die merkwürdige Ver-schiedenheit der Tracht. Der Grossbasler Koch trägt einen Rockmit einer Andeutung von geschlitzten Armein, die bekannten enganliegenden Strumpfhosen und hohe Stiefel mit umgeschlagenemRand, also die bürgerliche Kleidung des ausgehenden 15. Jahrhunderts(s. H. Schedfx, Bl. XI, CL, CLXXXIV). Auch der Löffel alsAttribut des Kochs ist den älteren Vorbildern in Klein-Basel undH 2 entlehnt. Im Berner Bilde (151 5—1520) sehen wir dagegen denKoch mit einer losen Jacke, weiten langen Hosen und einer flachenMütze bekleidet, nicht unähnlich der heutigen Tracht der Köche.
Wie kam nun Klauber , falls er diese Berner Gestalt kopierte,darauf, ihr Kostüm mit einer ganz anderen Tracht zu vertauschen,die nicht etwa seiner Zeit (1568) angehörte, sondern beinahe hun-dert Jahre früher üblich war und mit den Trachten des übrigenGrossbasler Totentanzes übereinstimmte ? Man kann nicht annehmen,dass er das Kostüm der früheren Figur des Kochs aus Pietät