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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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Er erklärt alsschlagendsten Beweis" für Wackernagels Ansichtden Umstand, dass Klauber durch die Verse über seinem Bildnis:Hans Hug Klauber, lass Malen stöhn sich geradezu einer Fälschungschuldig gemacht hätte, falls die fraglichen Bilder nicht vollständigsein Werk waren und er sich nach der Neumalung des ganzenTotentanzes nicht mit einigem Rechte als der Erfinder desselbenbezeichnen durfte (Burckhardt, S. 72). Wäre denn eine solcheFälschung wirklich etwas so Unerhörtes gewesen, dass Burckhardtselbst ihre Möglichkeit gar nicht diskutiert? Wenige Jahre später(1588) gab Fröhlich sein berüchtigtes Buch mit den 33 scheuss-lichen Kopien nach Holbein nebst einigen anderen Bildern unterdem Titel der zwei Totentänze von Bern und Basel heraus underhielt, wie Burckhardt angiebt (S. 64), für die Dedikation dieserganz offenen, auch im damaligen Basel nicht zu verkennendenFälschung vom Rate der Stadt eine Belohnung. Angesichts dieserThatsache muss von vornherein mit der Möglichkeit gerechnetwerden, dass auch Klauber sich einer Fälschung schuldig machte;und wenn er sich in Nachahmung des Berner Meisters durch dencitierten Vers wirklich als den Maler des Ganzen dokumentierenwollte, so war dies, wie sich zeigen wird, in der That eine Fälschung.Nach Burckhardt würde dadurch freilich die Urheberschaft der zweiletzten Bilder des Grossbasler Totentanzes ganz zweifelhaft; meinesErachtens ist aber auch hier die Entscheidung in den Bildern selbstzu suchen.

In Gross-Basel waren seit 1568 die beiden Klingenthaler Paaredes Kindes und der Mutter zu einer Gruppe mit einem einzigenToten vereinigt; dies widerspricht nicht nur der in beiden BaslerTotentänzen streng durchgeführten paarweisen Anordnung der Per-sonen , sondern auch dem zugehörigen Grossbasler Text, der miteinigen Varianten die Klingenthaler Verse des Kindes und derMutter mit der besonderen Anrede zweier Toten wiederholt unddaher an demselben Bilde aus vier statt aus zwei Strophen besteht.Ein solcher Widerspruch konnte nicht von dem ersten Maler her-rühren, der sich eine so willkürliche Abweichung vom Texte nirgendserlaubte, sondern nur von einer späteren Übermalung, indem derWunsch, dem Maler einen Platz zu schaffen, die Vereinigung vonMutter und Kind auf einem Bilde veranlasste. Diese Neuerungkonnte aber nur von Klauber stammen; denn einmal ist von einer