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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
Seite
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Fig. 56.

Krämer aus dem Grossbasler Totentanz,

nach Büchel.

seine Eigenmächtigkeit, oder wennman lieber will, seine Unbefangen-heit in der Ergänzung von Defektendes Originals. Glücklicherweisegefiel es ihm gleichzeitig, das Tuchanzudeuten; denn daraus geht ebenhervor, dass dieses Stück nichtetwa durch eine spätere Neuerunghinzukam, was auch auf anderederartige Zusätze schliessen Hesse,und dass andererseits Merian beider Anfertigung seiner Zeichnung,die nach seiner eigenen Angabe1616, fünf Jahre vor der Ver-öffentlichung der Kupferstiche,stattfand, das Gemälde in schad-haftem Zustande antraf, dass also

dessen beglaubigte Ausbesserung in demselben Jahr (s. S. 111) erst da-nach vorgenommen wurde. Merian hatte also das Gemälde in demZustande der KLAUBERSchen Übermalung vom Jahre 1568 vor sich.

5. Beim Pfeifer hat Merian den linken Überärmel aus Un-achtsamkeit fortgelassen, was Mechel mecha-nisch kopierte (s. S. 114), Chovin aber nachdem Original verbesserte, wie es auch beiBüchel zu sehen ist.

Dies sind nur die wichtigsten Ab-änderungen, die Merian bei der Wiedergabedes Grossbasler Totentanzes vornahm; ihreZahl lässt sich aber noch um alle die Fällevermehren, in denen die abweichende Zeich-nung Büchels mit der entsprechenden Figurbei Chovin oder im Klingenthaler Gemäldeübereinstimmt, wodurch ihre Richtigkeit gegen-über den Kupfern Merians bezeugt wird*).

') Vgl. unter anderem das Bild des Predigers (Hose desBauern), des Papstes (Kreuz und Kranz des Toten), des Juristenund des Juden (Kopfbedeckung), des Kaufmanns und des Jünglings(Schuhe), der Jungfrau (Kranz des Toten), des Vogts (Schlangedes Toten), des Bauern (Glatze).

Fig. 57-

Krämer aus dem Grossbasler

Totentanz, nach Merian.