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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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Ciioyixs Kupfer werden allgemein als Abdrücke derauf-gekratzten" odernachgearbeiteten" MERiANSchen Kupfer angesehen(Massmann No. 49, S. 79, No. 50, S. 117; Burckhardt No. 4, S. 62).Wer sich aber nicht auf eine flüchtige Besichtigung beschränkt,sondern wirklich untersucht, nötigenfalls mit Hilfe von Durchzeich-nungen, überzeugt sich leicht, dass Chovin ganz neue Stiche lieferte,und obwohl er sich meist an sein Vorbild Mektan hielt, die im Vor-bericht des Verlegers angegebenenVerbesserungen nach demOriginal", d. h. nach dem Gemälde wirklich vornahm. Denn dieseKorrekturen der MERiANSchen Figuren stimmen mit den überausgenauen BüCHELSchen Zeichnungen überein. Man könnte hierauszunächst schliessen, dass das Gemälde in der Zeit zwischen derAnfertigung der MERiANSchen (1621) und CnoviNschen Kupfer (1744)durch eine der bekannten Übermalungen von 1658 und 1703 ent-sprechend abgeändert sei, welche Abänderungen dann von Chovinund Büchel gleicherweise kopiert wurden. Diese Erklärung wirdaber dadurch hinfällig, dass in zahlreichen Fällen direkt nachgewiesenwerden kann, dass Merian und auch Chovin, soweit er dem ersterenfolgte, sich Abweichungen vom Original erlaubten, die Büchelgewissenhaft vermied.

1) Die Toten des Papstes und des Kochs sind bei Merian sodicht an ihre Partner herangerückt, dass sie von ihnen teilweiseverdeckt werden, während sie bei Büchel auf Armlänge von ihnenentfernt sind (Fig. 52, 53). Sollte die letztere Stellung bei einerAusbesserung des Gemäldes aus der ersteren entstanden sein, somussten die Toten nicht nur ganz neu gemalt, sondern die Gruppenerheblich verbreitert sein. Dies war aber nicht möglich; denn wennman die von Büchel überlieferten Masse des ganzen Gemäldes undseiner Figuren mit seinen Zeichnungen vergleicht, so ergiebt sich,wie ich durch ausführliche Messungen fand, dass die Zwischenräumezwischen den einzelnen Gruppen ganz minimale waren, die die voraus-gesetzte Verbreiterung der letzteren nicht gestatteten. Durch die Ver-schiebung des Toten hinter den Koch (Merian) ging aber auch seinebekannte Ähnlichkeit mit einem HoLBEDsrschen Toten (s. u.), die beiBüchel so klar zu Tage tritt und daher nicht zufällig sein kann,vollständig verloren. Aus allem geht also hervor, dass nur dieBüCHELsche Zeichnung den ursprünglichen Zustand der beiden Bilder(Papst, Koch) wiedergiebt, Merian aber abänderte.

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