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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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Bildern zusammengezogen) und der Sündenfall*); in den Mechel-schen Ausgaben kamen dazu: Äbtissin, Pfeifer, Jude und Heidin.Diese vier Bilder verdienen aber keine weitere Beachtung, denn siesind, wie ich finde, nach Durchzeichnungen von Merians Bildernhergestellt. Von den sämtlichen FRöHLicii-MFXHELschen Abbildungendes Grossbasler Gemäldes sind also nur die drei erstgenannten (Koch,Maler, Sündenfall) als diesen Ausgaben eigentümliche anzusehen.Ungleich wichtiger sind die drei anderen vollständigen Kopiendes Grossbasler Totentanzes, die aber bisher nicht genau miteinanderverglichen worden sind, obgleich davon die richtige Vorstellung vonseinem Zustande seit i 568 abhängt. Die Zahl und Reihenfolge derBilder ist in allen drei Kopien dieselbe mit folgenden Ausnahmen:bei Merian und Chovin sind der Maler und seine Familie offenbarumgestellt, zu Büchels Zeit fehlten aber schon beide Bilder, indemeine neue, viel breitere Darstelluug des Paradieses mit dem Sünden-fall sie überdeckte (Büchel, Massmann, No. 50, S. 117 und 119,Burckhardt, No. 4, S. 68)**). Auch in den allgemeinen Umrissender einzelnen Bilder herrscht bei den drei Kopisten meist Überein-stimmung; dagegen sind die Abweichungen im Detail sehr zahlreichund bemerkenswert.

*) Burckhardt ist allerdings anderer Ansicht. Fröhlich machte zu dem von ihm ge-lieferten Holzschnitte des Sündenfalls eigene Verse;daraus schliesse ich (sagt Burckhardt) : FRÖH-LICH fand keinen auf den Sündenfall bezüglichen Reim, folglich auch kein dazu gehöriges Bildvor" (S. 66). Deshalb ahmte er, nach Burckhardts Ansicht, das bezügliche Bild Holbeins nach,während der gleiche Gegenstand erst bei der nächstfolgenden Ausbesserung des Grossbasler Ge-mäldes (1616) in dieses und dann unter die Kupferstiche Merians aufgenommen wurde. Ich er-wähne diese an sich wenig belangreiche Konjunktur Burckhardts als Beispiel für die geringe Be-achtung, die er den Bildern schenkte. Denn der ,,Sündenfall" von Fröhlich und von Meriangleichen einander vollkommen (in beiden Bildern: Adam und Eva stehend, jener mit einer un-gewöhnlichen Handgebärde, hinter ihnen ein Einhorn) und sind von Holiskins Sündenfall (Adamvom Baum pflückend, Eva am Boden ruhend, das Einhorn fehlt) grundverschieden. Obgleich alsodie zwei ersten Bilder als Kopien desselben Vorbildes, als was sie ausgegeben wurden, sich auchthatsächlich auf den ersten Blick erweisen, und Holbeins Holzschnitt ebenso selbstverständlichausser Vergleich bleiben muss, nimmt Burckhardt das Gegenteil an, bloss weil er die Anwesen-heit eines biblischen Bildes ohne Spruch für unwahrscheinlich hält! Auf seine andere Hypothese,dass in Gross-Basel am Schluss der Reihe sich bis 1616 noch das Bild des Türken befand, geheich nicht weiter ein, da sie ausschliesslich auf einigen Versen des notorischen Fälschers Fröh-lich beruht.

Woher Vöc.elin auf die ganz bestimmte Behauptung kam, dass der Sündenfall des Gross-basler Totentanzes eine Zuthat Merians sei (No. I, S. 87), ist mir unbekannt; wie der Augenscheinlehrt, ist sie unrichtig, da dasselbe Bild schon bei Fröhlich vorkommt.

*) MASSMANNS Atlas enthält trotzdem in der Reihe der BücHELschen Bilder jene beidenScenen, nämlich Kopien nach Merian, ohne dass dazu eine Erklärung gegeben wäre.