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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
Seite
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Oberkörper der Lebenden enthalten, können sie bloss dazu dienen,die Treue der BücHELSchen Zeichnung im allgemeinen zu bezeugen.

Die Kopien stammen sämtlich aus der Zeit nach der Klauber-schen Übermalung (1568). Es sind dies die Fröhlich - Mechel-schen Drucke mit Holzschnitten (Fröhlich 1588, 1608, Mechel1725 bis 1796), die Kupferstichausgaben von Merian (von 1621an) und von Chovin (von 1744 an), endlich die Handzeich-nungen von Büchel (1773), die Massmann für seinen Atlas voll-ständig stechen Hess. Diese BüciiELschen Zeichnungen sind in Baselin zwei Exemplaren vorhanden: 1) die aquarellierte erste Kopiein der Universitätsbibliothek, 2) die in leuchtenden Deckfarben aus-geführte Wiederholung in der Kunstsammlung. Dieses zweiteExemplar unterscheidet sich vom ersten nicht nur durch die feinereAusführung — es ist die „obrigkeitlich" bestellte Kopie — sondernauch durch manche Zusätze. Vorn steht das Bild der Kloster-kirche und des Kirchhofs, an dessen Mauer das Schutzdach mitden hölzernen Säulen die Stelle des Gemäldes bezeichnet; fernerist die Luft durchweg sehr ausführlich gemalt, wovon No. 1 nichtsenthält. Ich habe zu meinen Kopien dieses letztere Exemplar(No. 1) benutzt.

Die FRöHLiCH-MECHELschen Drucke (s. No. 49, S. 30) enthaltenbekanntlich trotz des täuschenden Titels (No. 51) nur die Gross-basler Verse, während die Mehrzahl der Holzschnitte schlechteKopien des HoLBEiNschen Totentanzes sind. Von den übrigen Bildernsind einige aus verschiedenen Nachahmungen zusammengesetzt*) undnur wenige sind Nachbildungen von Grossbasler Bildern. In denFRöHLicHschen Ausgaben sind es bloss das Bild des Kochs, dieSchlussgruppe des Malers mit seiner Familie (aus zwei Grossbasler

*) Dazu gehören: i) Das Papstbild, worin das Motiv des im Sessel getragenen Papstes ausdem Berner Totentanze wiederkehrt; doch sind die Träger nicht junge Kleriker wie in Bern, son-dern verkleidete Tote, und der Papst wird nicht von einem Toten überfallen (Bern), sondern einsolcher geht bloss neben dem Sessel her. Der Tote mit dem Kardinalshut ist dagegen eine Kopienach Holbkin (Papstbild). 2) Das Bild des Kardinals, dessen Toter halb nach Holbein (alter Mann),halb nach dem Berner Bilde (Bischof) kopiert ist; der Kardinal selbst und der Hintergrund sinddagegen freie Erfindung. 3) Im Bilde der Jungfrau stammt der Tote mit der Totenfahne ausGross-Basel (König), das übrige ist aber neu, ohne jeden Anklang an das Berner Bild, wie es Mass-MANN annimmt. 4) Der Heide und die von ihm geführte Frau sind freie Nachahmungen nach demGrossbasler Heiden und der Heidin, der weibliche Tote ist mehr oder weniger frei erfunden. —Massmann hält auch das Bild des Königs bei Fröhlich für eine Nachahmung des Berner Vorbilds;es ist aber unverkennbar eine allerdings rohe Kopie des ersten Paares auf der HoLBEiNschen Dolch-scheide mit dem Totentanz.

Goette, Holbeins Totentanz u. seine Vorbilder. 8