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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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keiner Weise von H a unterscheiden; und wenn Massmann durcheinen solchen irrig angenommenen Unterschied, nämlich den an-geblichen Mangel eines xylographischen Textes in M 2 , die vielspätere Entstehung des unzweifelhaften Blockbuchs H 2 zu begründensuchte, so fällt jetzt dieser Schluss mit seiner Voraussetzung. ImGegenteil scheint nach philologischem Urteil der Text von H 2ursprünglicher zu sein als der xylographische Text von M 2 , währenddie Technik des Holzschnitts in beiden Fällen ganz die gleiche istund sich auf grobe Umrisszeichnungen beschränkt, die in roher Weisemit Wasserfarben koloriert sind. Freilich sind nur die Holzschnittevon M 2 mit dem Reiber gedruckt; dies erklärt sich aber daraus,dass H 2 uns nur in der viel späteren zweiten Ausgabe bekannt ist.Für das angedeutete Alter von H 2 dürfte noch ein andererUmstand sprechen. Auch für die Handschrift H 1 war eine nach-trägliche Aufnahme von Bildern vorgesehen; denn über der Rededes zweiten Predigers steht: Item alius doctor depictus predicandoin opposita parte, de contemptu mundi (Massmann No. 50, S. 123und YHI), und über dem ganzen Text findet sichvon gleichzeitigerHand" ein weiterer Hinweis auf vorhandene Bilderin albo cödice".Dies konnten nur Holzschnitte gewesen sein, auf die der Schreibervon H 1 ebenso gerechnet hatte wie der Schreiber von M 2 auf dieseinigen und die folglich vor der Entstehungszeit von H 1 (ca. 1443bis 1447) angefertigt waren. Berücksichtigt man, dass uns aus jenerZeit nur die Holzschnittwerke des Totentanzes M 2 und H 2 bekanntsind und dass M 2 wegen einer etwas abgeänderten Reihenfolge*)für H 1 weniger passend erschien, so ist die Vermutung nicht ganzunbegründet, dass gerade die Holzschnitte H a für die HandschriftH 1 in Aussicht genommen, also, wie schon unsere Untersuchung überihre Herstellung wahrscheinlich machte, in der That im Anfang dervierziger Jahre entstanden waren.

Nachdem es sich herausgestellt hat, dass der Mangel eines zweitenPredigers in H 2 wahrscheinlich auf einem Zufall beruht, und dassder Apotheker desselben Blockbuchs ein späterer Zusatz ist, bleibt

*) Die Handschriften M 2 und M 4 , sowie die Holzschnitte M 2 haben die folgende Unistellungder Paare: 19, 18, 21, 20.