Druckschrift 
Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
Seite
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ursprünglich gerade so wie H 2 einen mit ihnen zusammenhängendenxylographischen Text, der erst abgeschnitten wurde, als je zweiBilder auf den freigelassenen Seiten gegenüber dem zugehörigenText aufgezogen werden sollten. Hätte der Schreiber die ganzenHolzschnittblätter vorher gekannt, so ist nicht einzusehen, was ihnveranlasst haben könnte, wesentlich denselben Text wie auf jenenBlättern nach einer anderen, mundartlich abweichenden Vorlageabzuschreiben. Wollte man trotzdem annehmen, dass er seine Nieder-schrift in der beschriebenen Weise einrichtete, um von den ihmbekannten Holzschnitten nur die Bilder zu benutzen und den xylo-graphischen Text zu vernichten, so steht damit in Widerspruch, dassdie Holzschnitte nicht nur unverletzt zur Handschrift kamen, sonderndass auch ihr Text erst lange nach der Herstellung des Manuskriptszerstört wurde. Dies ergiebt sich daraus, dass das Bild des erstenPredigers auf ein nachträglich eingeheftetes, merklich jüngeres Papier-blatt aufgezogen wurde, nachdem vorausgehende Teile der ganzenursprünglichen Handschrift herausgelöst und entfernt waren, und dassTeile des weggeschnittenen Textes zum Überkleben beim Einbindenbenutzt wurden. Eine solche barbarische Behandlung der damalsnoch seltenen Bilderdrucke und der Handschrift wird man überdiesdem Verfasser der letzteren, der wahrscheinlich ein Klostergeistlicherwar, nicht unterstellen wollen; sie blieb einem späteren, ebensobiederen wie rohen Buchbinder vorbehalten.

Die einzig mögliche Auffassung des Thatbestandes scheint miralso die zu sein, dass die Handschrift M 2 , wie dies früher nichtselten geschah (s. Wackernagel, S. 328), für Bilder eingerichtetwurde, die nicht gleich zur Stelle waren, sondern sich erst spätereinfanden. Sie müssen aber vor der Herstellung dieser Handschriftexistiert und der Schreiber davon gewusst haben; nur mag er dieEinrichtung der Holzschnitte, ihre Grösse und den Textanhang nichtgekannt haben, so dass sie zunächst nur lose zwischen die Blätterder Handschrift gelegt: sein werden. Darf man ferner die Hand-schrift M 2 mit einiger Bestimmtheit in dieselbe Zeit versetzen, auswelcher nachweislich M 3 , H 1 und die Berliner Handschrift stammen,nämlich in die vierziger Jahre des 15. Jahrhunderts, so müssen dieHolzschnitte M 2 etwa dem Anfang desselben Jahrzehnts angehören.Endlich ist noch hervorzuheben, dass diese Holzschnitte als ein selb-ständiges xylographisches Druckwerk mit Text und Bildern sich in