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nur in einer allgemeinen Anregung und in der Übertragung blossdes Grundgedankens des Totentanzes sah, so genügte dazu die vieleinfachere Annahme irgend einer schriftlichen oder mündlichen Über-lieferung und erhob sich als das Wichtigere die Forderung, dieBesonderheit des Baseler Totentanzes gegenüber dem französischenzu erläutern. Auch darauf hat sich Seelmann nicht eingelassen, undso steht die Untersuchung darüber noch immer aus, wie die BaselerGemälde, und insbesondere wie das Kleinbaseler Bild sich zum alt-französischen Schauspiel, so wie wir es aus den französischen undanderen Quellen rekonstruieren können, eigentlich verhält.
Jenes Schauspiel enthielt (s. S. 11, 39, 45) folgende Personen undScenen: 1) den ersten Prediger, 2) den Musiker, 3) den eigentlichenTotentanz vom Papst bis zum Eremiten, nach der Pariser Reihenfolge,im ganzen 30 Stände, 4) die Gruppe der ungenannten Stände, 5) denzweiten Prediger. Dieser Bilderreihe braucht man diejenige vonKlingenthal nicht ohne weiteres gegenüberzustellen; denn da dieNo. 27—35 sich als eine spätere Zuthat erwiesen haben, können siebeim Vergleich unberücksichtigt bleiben. Es kämen also dabei inBetracht: 1) das Beinhaus, 2) die 30 Paare, No. 1—26 und 36—39.
Wie man sieht, ist der Unterschied beider Bilderreihen, auchnach der Ausscheidung der späteren Zuthat, gross genug. Zuerstschon nach dem blossen Inhalt. Nach dem Fortfall des Predigersist an die Stelle des französischen Musikers das Baseler Beinhausgetreten, acht Personen der französischen Reihe: Lehrer, Bürger,Karthäuser, Sergeant, Mönch, Pfarrer, Franziskaner, Küster sind inBasel durch andere ersetzt — Kaiserin, Graf, Edelfrau, Äbtissin,Krüppel, Jungfrau, Koch, Mutter; die Schlussgruppe des Reigens undder zweite Prediger fehlen in Basel ganz. Diese Verschiedenheitwird noch dadurch gesteigert, dass die französische Reihenfolge mitdem Wechsel von Geistlichen und Weltlichen in Basel ganz auf-gegeben ist.
Die Hauptunterschiede sind aber gar nicht in diesem Inhalt,sondern in der ganzen grundlegenden Auffassung enthalten. Derfranzösische Totentanz hält auch im Gemälde noch an dem ursprüng-lichen Gedanken fest, dass der personifizierte Tod mit seinenbesonderen Attributen die Lebenden abführt und dabei mit ihnenden Tanz aufführt, den der geistliche Musiker des Schauspiels mitseiner Musik begleitet; und die beiden Prediger spielen eine sehr