Eine weitere Zeitbestimmung ist aber, in Ermangelung anderer Zeug-nisse , nur von der Untersuchung der Bilder selbst zu erwarten.Ich schicke jedoch eine Bemerkung über das Bild der Kreuzigungvoraus, das am nördlichen Abschluss des westlichen Kreuzgangs oder,was dasselbe ist, vor dem Anfang der nördlichen Gemäldehälfte standund so die beiden Hälften des ganzen Totentanzes trennte. Blrck-hardt, der davon ausging, dass der ganze Platz für den Totentanzerst 1437 geschaffen und dann sofort von diesem eingenommenwurde, folgerte daraus notwendigerweise, dass die Kreuzigung zugleichmit dem Totentanze und in sinnvoller Beziehung zu ihm gemalt wurde,gerade so wie im Berliner Totentanz. Ich habe jedoch eben gezeigt,dass der fragliche Platz schon so lange bestand als die Klostergebäudeselbst, so dass also auch jenes rein kirchliche Bild früher gemaltsein kann als der Totentanz. Ferner ist ihre Beziehung zu einanderdurch nichts anderes ausgedrückt als durch ihre räumliche Ver-bindung , also eine rein äusserliche, wie es Burckhardt selbstzugesteht; und ich füge hinzugewesen sein, daBildes in unseren Totentanz mit seiner ganzen Auffassung, in derdas Kirchlich-Lehrhafte ganz zurücktritt, in gar keinem Einklang steht.Es muss also jenes Bild am Ende des westlichen Kreuzgangs un-abhängig vom Totentanz, entweder vor oder nach ihm gemalt sein.Das letztere ist nicht gerade wahrscheinlich, weil es voraussetzt, dassder bezügliche Platz während der Malerei des Totentanzes ohneersichtlichen Grund frei gelassen wurde; folglich wird es schonvorher dort gemalt gewesen sein. Eine sehr natürliche RücksichtHess das alte Bild an seinem Platz, und so kam es in die Mittedes Totentanzes hinein, ohne dazu zu gehören.
sie kann auch nur eine rein zufälligedie bewusste Einfügung eines solchen biblischen
Bei der Untersuchung über den Ursprung unseres Totentanz-gemäldes gehe ich von der unbestrittenen Thatsache aus, dass es,wie alle Totentänze überhaupt, in letzter Instanz auf das altfranzösischeSchauspiel zurückzuführen ist. Es kann sich daher hier nur um dieArt und die Zeit dieses Ursprungs handeln, wobei die von Burck-hardt aufgebrachte neue Ansicht, dass unser Bild, umgekehrt wiebisher angenommen wurde, eine Kopie des Grossbaseler Bildes sei,zunächst unberücksichtigt bleiben kann, weil nach Burckhardt beide