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und von übertriebener Magerkeit, so dass nicht nur die Rippen undSchulterblätter durch die Haut durchscheinen, sondern auch die Ellen-bogen- und Beingelenke verdickt hervortreten und namentlich dieWaden ganz fehlen. Das Relief der Muskeln und Gelenke ist nichtangegeben, der Bauch meist aufgeschlitzt.
Die abfälligen Bemerkungen Wackernagels über diese „matten,gleichsam ledern weichen" Toten, die nicht tanzten, sondern nur „mitschlaff gebogenen Beinen einen Ansatz zum Laufen" machten, könnenkeineswegs auf alle Totengestalten des Kleinbaseler Gemäldes oderauch nur auf ihre Mehrzahl bezogen werden. Denn bei genauerDurchsicht und Vergleichung lassen sich an ihnen zwei distinkte Typenmit nur wenigen untergeordneten Ausnahmen unterscheiden, i) InNo. i—26 (s. Tabelle IV) sind sie im allgemeinen gut proportioniert,in nicht unnatürlicher, obschon bisweilen unbeholfener Haltung undmeist in lebhafter Bewegung, zweimal wirklich tanzend (Patriarch,Jurist), sonst weit und energisch ausschreitend, ob sie nun dieLebenden überfallen oder hinter sich her zerren (Fig. 23—30, 36,38, 42). 2) In No. 27—39*) stehen die Toten mit zusammen-gezogenen Beinen und stark gebogenen Knieen, also in unnatür-licher Haltung und zum Teil ausser dem Gleichgewicht vor denLebenden; ihre Unterschenkel sind bei einer oft unmöglichen Mager-keit zu lang, die Arme bisweilen zu kurz geraten (Fig. 31—35).Die einzige Ausnahme bietet das Bild des Vogtes (Fig. 31),wo die Beine des Toten eine vollkommene Kopie der Beine desdaneben stehenden Vogtes sind, also die Lebensform genau wieder-holen. Da diese Ausnahme überdies der offenbaren Absicht desersten Malers, durch eine übertriebene Magerkeit der Gliedmassenden Gegensatz der Toten gegen die Lebenden zu markieren,widerspricht, so kann sie nur von einer späteren gedankenlosenKorrektur herrühren.
Zur weiteren Begründung dieser Zweiteilung dienen die zu-gehörigen Lebenden, die in denselben Grenzen ebenfalls zwei
) Die erste Nummer dieser Reihe (Herold) stimmt in den angegebenen Merkmalen nichtganz, mit den folgenden Nummem überein. Es ist aber zu beachten, dass sowohl der Tote diesesPaares, wie auch die allein sichtbar gebliebenen Beine des zugehörigen Herolds eine unverkennbareÄhnlichkeit mit den Figuren des vorausgehenden letzten l'aares der ersten Reihe (Pfeifer) haben;die von der übrigen Reihe abweichende Bildung des Heroldsbildes beruht ako auf einer leicht er-klärlichen Nachahmung des unmittelbar vorausgehenden Paares.