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der Vorlage, um die irgendwie bedeutsame Zahl 24. zu erhalten,sowie zwei weitere männliche Stände den beiden Frauen weichenmussten, und die Schlussscenen ohne ersichtlichen Grund fielen.Alle diese vom Lübecker Dichter vorgenommenen Abänderungen
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beweisen seine Eigenmächtigkeit in der Behandlung des ihm vor-liegenden Originals und lassen es verstehen, dass er auf der anderenSeite mit gleicher Freiheit aus anderen Quellen entlehnte. Für dieFiguren der Kaiserin und der Jungfrau steht es fest, dass sie umdie Mitte des 15. Jahrhunderts, als das Lübecker Gemälde entstand,nur im oberdeutschen (Kleinbaseler) Totentanz vorkamen, also nurvon dort nach Lübeck übertragen sein können; und dasselbe wirdauch für den vielbesprochenen Vers des Kindes*) gelten, wenn esüberhaupt feststände, dass er im alten Lübecker Text vorhandenwar. In der einzigen bekannten Abschrift des letzteren, die vonv. Melle herrührt — das Bruchstück in Reval enthält nur die fünfersten Wechselreden — befand sich jener Vers ursprünglich nicht,sondern ist erst nachträglich hinzugefügt und gehörte nur nach einerunverbürgten Überlieferung zu jenem Text (Mantels No. 44). Wiedem aber auch sei, so existierte er doch lange vor der Entstehungdes Lübecker Gemäldes in den zahlreichen Handschriften und Block-büchern des oberdeutschen Totentanzes; und dass diese in der Thatbis nach Norddeutschland gelangten, beweist der Umstand, dass demin Wismar um 1 500 gemalten Totentanz zweifellos jener oberdeutscheText zu Grunde lag (s. u.).
Trotz dieser verschiedenen Einflüsse bei der Herstellung desLübecker Totentanzes lässt sich noch immer erkennen, dass derDichter wenigstens in der ersten Hälfte seines Textes die PariserReihenfolge zum Vorbilde nahm (s. Tabelle II). Durch die Ein-schiebung der Kaiserin wurde allerdings der regelmässige Wechselvon Geistlichen und Weltlichen gleich im Anfange unterbrochen
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und durch den Fortfall von Patriarch und Erzbischof die Reihe derGeistlichen verschoben, indem an ihre Stelle Bischof und Abt, undauf die Plätze der letzteren Karthäuser und Domherr vorrückten.Um so wichtiger ist dagegen die volle Übereinstimmung von Lübeckund Paris in der Reihe der weltlichen Männer derselben ersten
*) Der Schlussvers des Kindes lautet im oberdeutschen (Kleinbaseler) Text: „Ich motz dansenich kan noch nit gan" — in Lübeck: „Ik schal dansen unde kan nicht gan."