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offenbar weil es seinen Ursprung nicht einem eigenmächtig „ver-bessernden" Dichter und Gelehrten verdankte, wie es in Paris geschah,sondern einem schlichten Klostergeistlichen in der Provinz, der sichauf die kritiklose Wiedergabe des vielleicht auch innerhalb der Mauernseines Klosters aufgeführten Schauspiels beschränkte.
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DIE GEDRUCKTEN ER ANZÖ SIS C H EN
TOTENTANZBILDER.
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IT den besprochenen drei Totentänzen ist die Reiheder nachweisbaren französischen Darstellungen diesesGegenstandes keineswegs erschöpft; von den Gemäldenund Skulpturen sind aber die meisten zerstört, anderenicht publiziert, so dass wir nur eine flüchtige Kundevon ihrer Existenz besitzen. Die letzte Aufzählung aller dieser Denk-mäler gab Seelmann.
Von den Kopien der Pariser Danse macabre hält sich, wie ichschon auseinandersetzte (S. 25), nur die erste Buchausgabe von 1485genau an das Original. Die Miniaturen, die angeblich kurz vorher,gegen das Ende der Regierung Ludwigs XI. entstanden, fügten schonmanches hinzu, was sie anderen Quellen entnahmen, nämlich dieLegende der drei Toten und drei Lebenden, den apokalyptischenreitenden Tod*), die vier musizierenden Toten und den ganzen Frauen-reigen (Jubinal 18, 19). Und diese Zuthaten gingen darauf in dieDrucke der Danse macabre über. Schon die zweite Ausgabe voni486 enthielt davon die musizierenden Toten, die genannte Legende,dann aber noch hinter dem Maistre (zweiten Prediger) das Bild einesSchriftstellers, der einen zweiten Epilog spricht, endlich zehn neueTotentanzpaare. In den späteren Ausgaben kamen der reitende Tod,der Frauenreigen und noch verschiedene kirchlich lehrhafte Dich-tungen hinzu, die vollends keine Beziehungen zu dem Totentanz haben.Das Ganze wurde gleichzeitig in die französischen Gebetbücher jenerZeit, die Livres d'Heures aufgenommen.
(S.
*) Langlois giebt eine Abbildung desselben Gegenstandes aus einem Kartenspiel von 1392191 flg., Taf. 48).