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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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Übereinstimmung in

der

Bildung

seiner Totengestalten

und der-jenigen von Kermaria. Die tierischen Köpfe, der weibliche Toteund die langen schnabelschuhähnlichen Füsse, worin wohl die Ver-spottung einer Modethorheit zu erblicken ist, diese Dinge könnenunmöglich unabhängig voneinander und doch in gleicher Weise anzwei verschiedenen Orten erfunden sein, sondern müssen in einemunmittelbaren Zusammenhange stehen. Derselbe Maler kann aberbeide Bilder nicht angefertigt haben, dazu gehen sie im übrigen zusehr auseinander. Es muss also eins dem anderen zum Vorbilde ge-dient haben, oder beide schöpften aus einer gemeinsamen Quelle.In der That finden sich die Affenköpfe, wie wir sahen (S. 16), ge-legentlich in den Miniaturen, und der weibliche Tote wird uns nochin den oberdeutschen Holzschnitten aus der ersten Hälfte des i 5. Jahr-hunderts begegnen (s. Abschnitt 9). Dies beweist nun nicht einfach,dass jene französischen Miniaturbilder und diese deutschen Holz-schnitte die unmittelbaren Vorlagen in Kermaria und La Chaise-Dieuwaren oder dass diese Besonderheiten schon im geistlichen Schau-spiel vorkamen, was ich für ganz unwahrscheinlich halte. Sie mögenaber in dem von professionellen Schauspielern aufgeführten Toten-tanz des 15. Jahrhunderts, über den zeitgenössische Berichte vor-liegen (Langlois, Dufour), aufgekommen und dadurch verbreitet sein.Nur für die Schnabelschuhe der Toten giebt es keine anderen Be-lege als die beiden französischen Gemälde. Woher sie aber auchstammen mögen, so sind sie doch für die Datierung dieser Gemäldevon entscheidender Bedeutung, da sie durch ihre übermässige Längedeutlich auf die Mitte oder die zweite Hälfte des 15. Jahrhundertshinweisen. Von ihrer Entstehung bei Gelegenheit einer Ausbesserungund Übermalung kann deshalb nicht die Rede sein, weil alsdann dieGemälde selbst bis gegen 1400 zurückzudatieren wären, was abernamentlich für Kermaria mit seiner ganz unzweifelhaften Kopie derPariser Danse macabre ganz ausgeschlossen ist. So bleibt die An-

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nähme die wahrscheinlichste, dass diese Gemälde dem angegebenenZeitraum angehören, und zwar so, wie es schon die französischenForscher angeben: der Totentanz von Kermaria der Zeit um 1450(Soleil) und der von La Chaise-Dieu der zweiten Hälfte desselbenJahrhunderts (Jubinal).

Nichtsdestoweniger ist dieses jüngste der drei besprochenenfranzösischen Totentanzgemälde die treueste Kopie des Schauspiels,