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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
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mit dem Ratsherrn, den Wucherer und den Advokaten mit dem Arzt(No. 47, S. 133), obwohl der Sergeant seinen Stab, der WuchererGeldsäcke und der Advokat sein Schreibzeug als Attribute mit sichführen. Die Herausgeber des LANGLOisschen Buches haben aus demjugendlichen Domherrn ebenfalls eine Äbtissin gemacht und imübrigen die Pfeilerbilder als dem Totentanze fremde Zuthaten über-haupt nicht mitgezählt.

Es ist eben niemand darauf verfallen, die Danse macabre vonParis zum Vergleich heranzuziehen; stellt man aber beide Reihennebeneinander, so ergiebt sich ihre Übereinstimmung ohne weiteresund damit die richtige Deutung der Figuren in La Chaise-Dieu(s. Tabelle I). In beiden Gemälden sind die Paare des eigentlichenTotentanzes in derselben Anzahl (30) vorhanden, wobei freilich zu be-rücksichtigen ist, dass in La Chaise-Dieu zwei Lebende (Abt, Bürger-meister) und ein Toter durch einen Vorbau verdeckt wurden (s. o.).Dazu kommt der für die französischen Totentänze bezeichnendeWechsel der Geistlichen und Weltlichen, der in La Chaise - Dieuebenfalls unverkennbar ist, bevor noch die einzelnen Personen be-stimmt gedeutet sind. Überträgt man nun die Namen der in derDanse macabre von Paris vorhandenen Personen auf die ihnen inder Reihenfolge entsprechenden Gestalten von La Chaise-Dieu, sostösst ihre Bezeichnung eigentlich nirgends auf Schwierigkeiten. Nuran zwei Stellen begegnen wir dort ganz neuen Gestalten, nämlich zweiFrauen an Stelle des Karthäusers und des Mönches. Jubinal (S. 16)nennt sieNonne" undBürgerin", Massmann (a. a. O.)Äbtissin"undNonne", was ich auch für das Richtigere halte. Durch dieseAbänderung wird aber die übrige mit Paris übereinstimmende Reihen-folge in keiner Weise gestört.

Auch die einleitenden und abschliessenden Scenen fehlen inLa Chaise-Dieu nicht; sie zeigen aber schon etwas grössere Ab-weichungen von den entsprechenden Pariser Bildern. Der erstePrediger, der denActeur" von Paris vertritt, steht auf einer Kanzel,und zu seinen Füssen, aber von ihm abgewendet sitzt ein Mann ingeistlichem Gewände, dessen sonstige Bedeutung schwer zu enträtselnist, da Gesicht, Arme und Hände völlig verwischt und auch dieAttribute nicht zu erkennen sind, nämlich ein auf seinem Schossebefindlicher rundlicher Gegenstand und ein stabförmiges Gebilde miterweitertem Ende, das über seiner rechten Schulter in die Höhe ragt