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an das Schauspiel, die, wie sich noch zeigen wird, viel weiter geht,als hier angedeutet werden konnte, ist überhaupt ein Hauptmerkmaldes Pariser Gemäldes; und wenn seinem Urheber ein besonderesVerdienst zuerkannt werden soll, so ist es die für jene Zeit über-raschende Geschicklichkeit der Zeichnung, die in den späteren Nach-ahmungen oft sehr empfindlich vermisst wird.
III.DER TOTENTANZ VON KERMARIA.
ANZ unzweideutig ist dieses durch Soleil in einemKirchlein der Bretagne entdeckte Wandgemälde eineNachahmung des Pariser Gemäldes. Die Verse, vondenen Solf.il allerdings nur wenige lesbar fand, sindbis. auf minimale Abweichungen identisch mit denenvon Paris, und die Reihenfolge der Stücke ist an beiden Orten die-selbe (s. Tabelle I). Freilich fehlen in Kermaria ausser dem ein-leitenden und dem Schlussbilde sieben Paare (Domherr, Kaufmann,Arzt, Advokat, Pfarrer, Küster, Eremit); dies erklärt sich aber ge-nügend aus dem Raummangel, der eine Kürzung gebot (Soleil) *).Fünf Paare sind ausserdem durch bauliche Veränderungen, die letztePerson, das Kind, in anderer Weise zerstört. — Auch die gemaltenArkaden sind in Kermaria wiederholt, bilden aber eine Einfassungum eine jede Person; hinter den Säulen weg fassen die Toten aus-nahmslos ihre beiden Nachbarn an und bilden so einen ununter-brochenen Reigen. Dabei wurde auch der Arme des Wucherers,der sich in Paris ohne Störung als Nebenfigur einfügen Hess, inKermaria, wo er ausserhalb der schematischen Ordnung des Reigensnicht unterzubringen war, in diesen eingerückt, wohin er gar nichtgehörte — ein unverkennbares Zeichen unüberlegter Nachahmung,wenn diese noch eines Beweises bedürfte.
Die Trachten der Lebenden weichen von denen des Pariser Bildesab, zum Teil auch ihre Attribute, wie der riesige Himmelsschlüssel
*) Dieser Umstand verbietet natürlich daran zu denken, dass etwa der Pariser Künstler derNachahmende war.
Goette, Holbeins Totentanz u. seine Vorbilder. 3