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weil sich dies erst aus genaueren Vergleichungen mit anderen Toten-tänzen ergeben wird. Eins kann aber schon hier erörtert werden:wie weit sich unser Gemälde nach seinem allgemeinen Inhalt demSchauspiel anschloss oder sich von ihm entfernte. Wir wissen schon,welche formale Änderung bei der Übertragung des Schauspiels inein Gemälde nötig war. Genau genommen war sie gar nicht so ein-greifend, wie es auf den ersten Blick scheint; denn die paarweiseVereinigung des Todes mit einem Lebenden wiederholte sich im ge-spielten Drama ebenfalls so oft als Lebende vorgesehen waren. DerUnterschied war nur der, dass im wirklichen Spiel der eine Tod anallen Paaren nacheinander beteiligt war, während der Maler sie alledauernd nebeneinander stellen und daher den Tod vervielfältigenmusste. Dass man diese zahlreichen, gleichzeitig auftretenden Toten-gestalten früher oder später „Tote" nannte, ist natürlich; daraus folgtaber nicht ohne weiteres, dass sie auch sofort eine andere Rollespielten als der Tod des Dramas. Dieser tanzte mit dem von ihmangeredeten und beschiedenen Lebenden, was zugleich dessen Todbedeutete; die Toten des Pariser Totentanzes und überhaupt allerfranzösischen und aller von ihm unmittelbar abhängigen Totentanz-gemälde thun weder nach dem Text noch nach dem Bilde etwasanderes. In Lübeck hielt man es ja nicht einmal für nötig, denalten Schauspieltext mit dem einen Tod für das Gemälde in derbekannten Weise abzuändern, und in Paris ist wenigstens in denWechselreden niemals die Rede vom Toten — ,,le mort", wie dievielleicht in den Buchausgaben hinzugefügten Überschriften lauten,sondern nur vom Tode (la mort), der sogar einmal, vom Bürger,direkt angeredet wird. Auch führen die Pariser Totengestalten,soweit es der Zusammenhang des Reigens zulässt, d. h. soweit sieüberhaupt eine Hand frei haben, die unzweifelhaften Attribute desmordenden Todes; zum Überfluss zeigt uns das Gemälde von LaChaise-Dieu (s. u.) neben den gewöhnlichen Totengestalten solche,die mit Pfeilen nach den Menschen schiessen.
Ein anderes Motiv als den mit einem Tanz verbundenen wirk-lichen Tod, was aber schon im Schauspiel vorkam, zeigen die fran-zösischen Bilder nicht; und in der französischen Erfindung des Ketten-reigens sehe ich ebenfalls nur die Absicht, irgendwie noch an dieEinheit des Dramas, an den einen Tod, durch dessen Hände alleLebenden gehen, anzuknüpfen. Die möglichst genaue Anlehnung
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