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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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ausgeschlossen ist, dass der Zeichner der Holzschnitte von 1485 jenesalte Zeitkostüm selbständig wiedergab damals wurde in allenselbständigen bildlichen Darstellungen ausschliesslich das zeitgenössischeKostüm angewendet, so kann er es eben nur nach einer Vorlage ausder Zeit jener Trachten, also nach dem Gemälde von 1425 kopierthaben. Mit den Miniaturen, die sich in einer wenig älteren französischenHandschrift der Danse macabre befinden und wovon Kastner in seinerFig. 25 eine Probe mitteilt, stimmen unsere Holzschnitte nicht überein.*)Doch lässt sich nur die erste Ausgabe der Danse macabre von1485, wovon bloss das Unicum in Grenoble bekannt ist, als treueKopie des alten Gemäldes bezeichnen.- Die späteren Ausgaben er-hielten fortgesetzt Vermehrungen, die nicht nur nach dem hand-schriftlichen Urtext und der englischen Übersetzung, sondern auchnach einer direkten Nachricht dem Original fehlten. Ein Chronistnämlich giebt, wie es scheint als Augenzeuge, die Zahl der im Wand-gemälde vorhandenen Strophen auf 68 an (Dufour 9), was aber nurmit der ersten Ausgabe übereinstimmt, während diese Zahl schon inder zweiten Ausgabe erheblich überschritten wurde. Jenes Unicumvon 1485 ist angeblich zweimal faksimiliert worden, einmal vonLe Roux de Lixct und Tisserand (No. 36), die aber die Ver-mehrungen der zweiten Ausgabe von i486 hinzufügten, und dann1875 separat und in Verbindung mit Dufours Abhandlung (No. 10, 11).Die erstgenannten Autoren haben die Holzschnitte, wie es scheint, inder ursprünglichen Grösse heliographiert; ob nach der ersten odernach der zweiten Ausgabe, ist in so fern gleich, als alle Bilder derersten in die nächstfolgenden Ausgaben übergingen und nur vermehrtwurden. Dagegen sind im Text nicht nur die neuen Stücke der zweitenAusgabe hinzugefügt, sondern auch gewisse Abänderungen des Ur-textes vorgenommen, auf die ich noch zurückkomme, so dass trotz dergegenteiligen Versicherung in jenem Prachtwerk der Originaltext derDanse macabre nicht genau wiedergegeben ist. Das neuere Faksimilebringt den Text der Handschriften, aber verkleinerte und wenigergute Abbildungen. Es ist daher für die Bilder die erstgenanntePublikation (1867)**), für den Text die spätere (1875) zu benutzen.

I I )ie vor kurzem erschienene Reproduktion dieser Handschrift habe ich auch antiquarischnicht auftreiben können.

) Die Zusätze der zweiten Ausgabe von i486 sind dadurch leicht kenntlich, dass die glatteneinlassenden Säulen der ursprünglichen Bilder in den zusätzlichen fortgelassen oder durch ornamentierteSäulen ersetzt sind.